Oldenburg - Die Behandlung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung zielt vor allem auf eine Verringerung der Entzündungsaktivität ab, was dann zu einer Linderung der Beschwerden führt. „Dem größten Teil der Patienten kann man heute mit modernen Medikamenten sehr gut helfen“, berichtet Dr. Martin Schmidt-Lauber. Da es kein für jeden Patienten gleich gut wirksames Standardmedikament gibt und die Erkrankung in jedem Einzelfall anders verläuft, sei bei jedem Betroffenen eine individuelle medikamentöse Einstellung erforderlich, die regelmäßig vom Arzt überprüft und wenn nötig modifiziert werden muss.

Bei einer längeren Ruhephase kann es auch sinnvoll sein, die Medikamente zeitweise zu reduzieren oder ganz abzusetzen – auch, weil viele der eingesetzten Wirkstoffe stark auf das Immunsystem einwirken.

Bei einem akuten Krankheitsschub und/oder sehr starken permanenten Beschwerden werden die Patienten für begrenzte Zeit mit entzündungshemmenden Cortison-Präparaten versorgt, die bei einer Linderung abgesetzt und bei einem Morbus Crohn durch andere Medikamente wie Biologica oder Immunsupressiva ersetzt werden. Die dadurch erzielte Regulierung des Immunsystems bewirkt eine Abnahme der Entzündungsreaktionen und somit eine Linderung der Beschwerden. Bei einer Colitis ulcerosa lässt sich dieser positive Effekt oft mit anderen Medikamenten – vor allem mit den 5-ASA bzw. den 5-Aminolicylsäure-Wirkstoffen – erzielen.