• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Den Teufelskreis durchbrechen

16.07.2019

Oldenburg Fachleute beschreiben eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung als ein überdauerndes Muster im Verhalten und im Erleben von Personen, das sich vor allem durch Schwankungen der Stimmung, des Selbstbildes und sozialer Beziehungen zeigt. Betroffene empfinden ein nicht auszuhaltendes Gefühl von Anspannung und innerer Unruhe, das in einem sogenannten Hochstress mündet, der sich nur durch erlernte und oft schädliche Strategien abbauen lässt. Eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung kann sich mit sehr unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen, die einzeln und zusammen auftreten können.

Bei beiden Erkrankungstypen sind Betroffene in ihrem Alltagsverhalten sehr impulsiv und kaum berechenbar. Zudem neigen sie zu Wut- und Gewaltausbrüchen, die völlig unerwartet auftreten und im Extremfall ohne Rücksicht auf die Konsequenzen ausgelebt werden. Beim Borderline-Typus müssen zusätzlich mehrere andere Kriterien erfüllt sein. Dazu kann zum Beispiel eine tief gehende Leere und Unsicherheit bezüglich der eigenen Identität zählen. Typisch ist auch die Bereitschaft, immer wieder viel Kraft in neue Beziehungen zu investieren, die häufig instabil sind und unglücklich verlaufen. Ein weiteres Kennzeichen des Borderline-Typs ist eine übertriebene Angst vor dem Verlassenwerden sowie das Androhen und Vollziehen von Selbstbeschädigungen wie dem Haut-Ritzen.

Erhöhte Suizidgefahr

Borderline-Erkrankungen beginnen meistens während der Pubertät und erreichen ihren Gipfel zwischen dem 25. und dem 30. Lebensjahr. Fachgesellschaften gehen davon aus, dass in Deutschland zwei bis drei Prozent der Erwachsenen unter einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Störung leidet, wobei die Erkrankung längst nicht bei allen Betroffenen diagnostiziert ist. Ohne eine qualifizierte Behandlung besteht neben dem durch die Symptome verursachten Leidensdruck auch eine erhöhte Suizidgefahr.

Darüber hinaus kann eine über eine längere Zeit aufgebaute emotional-instabile Persönlichkeitsstörung depressive Stimmungen sowie Angst- und Zwangsstörungen zur Folge haben. Dazu können weitere schwerwiegende psychische Probleme kommen. Vor allem junge weibliche Betroffene entwickeln häufig eine parallel zu den anderen Störungsbildern auftretende Bulimie, die ohne medizinische Gegenmaßnahmen erhebliche körperliche Schädigungen verursacht. Nicht zuletzt haben viele Betroffene große Schwierigkeiten, einen strukturierten Tagesablauf zu leben und angefangene Dinge zu Ende zu bringen.

Neigung zu Suchtmitteln

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung neigen zudem vermehrt zum Konsum betäubender Suchtmittel. So schreibt das Deutsche Ärzteblatt, dass etwa 78 Prozent dieser Gruppe während ihres Lebens eine substanzbezogene Störung bis hin zu einer Abhängigkeitserkrankung entwickeln. „Ein wesentlicher Grund für einen problematischen Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderer Suchtmittel ist, dass die Betroffenen glauben, damit besser mit krankheitsbedingten Beschwerden wie Stress oder Überforderungsgefühlen zurechtzukommen“, erklärt Anke Lambrecht, Leitende Oberärztin in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Oldenburg.

Eine zusätzlich aufgebaute Suchtproblematik sorge dafür, dass der Betroffene in einen doppelten Teufelskreis mit psychischen und körperlichen Beschwerden gerät, der die Behandlung der psychischen Störung weiter erschwert: „Ohne eine qualifizierte, langfristig ausgelegte medizinische Hilfe ist dann kein Ausweg möglich.“

Aktuelle Studien zeigen, dass knapp 60 Prozent der behandelten Patienten nach Abschluss der Therapie nicht mehr die Diagnosekriterien der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung erfüllen. Bis zu 99 Prozent erleben zumindest einen Rückgang der Symptomatik.

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.