Oldenburg - Die richtige Atmung, dazu etwas Bewegung, Yogaelemente und ein wenig Meditation – zusammen ist dies die ideale Kombination für mehr Energie und Vitalität im Alltag. Breathwalk heißt die sanfte Trainingsmethode aus der Tradition des Kundalini Yoga, die immer mehr Fans für sich gewinnen kann. Erlernen kann man die Technik entweder in Kursen oder aber mit Hilfe von Büchern oder Videos, die Schritt für Schritt erklären, worauf dabei zu achten ist.
Zu jeder Zeit und überall
Beim Breathwalk werden Energien freigesetzt, gleichzeitig entspannen Körper und Seele. Das Beste: Es braucht kein Zubehör, weder eine Yogamatte noch ein spezielles Outfit. Es reichen wetterfeste Kleidung und bequeme Schuhe, bei warmen Temperaturen kann man natürlich auch barfuß loslegen. Während des Gehens können Mantras geflüstert werden, gleichzeitig werden spezielle Atemtechniken angewandt, so dass Achtsamkeit und Walking oder ein zügiger Spaziergang vereint sind. Insgesamt 16 verschiedene Breathwalks mit den dazugehörigen Atemmustern und Yogaübungen, die zwischendurch eingebaut werden, gibt es. Regelmäßiges Ausüben hat viele positive Auswirkungen auf den Körper. So wird beispielsweise die Rückenmuskulatur gekräftigt, der Stoffwechsel angeregt und das Herz-Kreislaufsystem gestärkt – und das alles an der frischen Luft.
In fünf Phasen zum Ziel
Jeder Breathwalk läuft in fünf Phasen ab: Aufwecken, ausrichten, vitalisieren, balancieren und integrieren. Beim „Warm up“ bringen zunächst vorbereitende Atemübungen den Körper in Schwung, sodass der Kreislauf in die Gänge kommt. In der zweiten Phase geht es um bewusste Wahrnehmung: Ist meine Haltung aufrecht, wie ist meine Stimmung, welche Gefühle verspüre ich gerade? Aber auch körperliche Blockaden, beispielsweise die Verspannung des Nackens, können so intensiv wahrgenommen werden. In dieser Phase entwickelt man das individuelle Gehtempo, das übrigens von Mal zu Mal variiert werden kann. Das Vitalisieren gilt als Herzstück des Breathwalks. Dabei wird das Gehen mit einem bestimmten Atemmuster verbunden, wobei dies noch unterstützt wird durch ein Mantra und wechselnde Fingerübungen. Nach und nach kommen die verschiedenen Elemente zum Einsatz, bis es ein fließendes Miteinander gibt. Beim Balancieren werden die Muskeln durch Dehnübugen entspannt, sodass der Körper sich allmählich auf den Abschluss des Breathwalks einstellen kann. Das abschließende Integrieren soll das Erlebte noch einmal bewusst machen, den Körper munter machen und den Geist wach und klar.
Seit 1969 bereits in den USA bekannt
Erfunden hat diese Form des Bewegungs- und Atmungstrainings Yogi Bhajan, der sich übrigens auch als Erfinder der Yogi-Tees einen Namen gemacht hat. Bereits 1969 wurde diese Technik von ihm in den USA vorgestellt und später von dem Psychologen Gurucharan Singh zur heutigen Form mit ihren 16 verschiedenen Breathwalks weiterentwickelt.
Einatmen, ausatmen. Das machen wir unwillkürlich, es ist ein Grundbedürfnis. Ohne Atmen kein Leben. Wie existenziell es ist, wird einem klar, wenn die Luft nicht mehr wie selbstverständlich durch den Körper strömt. Bei der Lungenkrankheit COPD etwa, bei der die Atemwege entzündet und dauerhaft verengt sind. Hier, aber auch bei anderen Beschwerden, kann eine Atemtherapie womöglich helfen.
„Dabei lernt ein Patient unter therapeutischer Anleitung, den freien Atemfluss bei sich zu fördern beziehungsweise die Atemräume im Körper zu erweitern“, erklärt die Atemtherapeutin Annechien Ihnen aus dem Vorstand des Berufsverbands für Atempädagogik, Atemtherapie sowie Atempsychotherapie, ATEM.
Doch Atemtherapie ist nicht gleich Atemtherapie. Bei der physiotherapeutischen Atemtherapie lernen zum Beispiel COPD-Patienten, ihre Atemmuskulatur zu stärken. Zudem werden - wie bei anderen Arten von Atemtherapien auch - Körperhaltungen geschult.
