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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Das seelische Leid überwinden

21.05.2019

Oldenburg Eine vorübergehende Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit gehört auch für seelisch gesunde Menschen zum normalen Alltag. Häufig führen negative Erlebnisse im Privat- oder Berufsleben dazu, dass zeitweise alles nur grau und unattraktiv erscheint. Meistens sieht es nach einigen missgelaunten Tagen wieder anders und besser aus. Wenn die negativen Stimmungen aber auch nach mehreren Wochen nicht vorübergehen oder ohne nachvollziehbaren Grund entstehen, könnte eine depressive Störung vorliegen. Ohne eine gesicherte Diagnose und geeignete medizinische Gegenmaßnahmen müssen Betroffene damit rechnen, immer tiefer in die Depression zu rutschen. Das Fühlen, Denken und Handeln wird dann zunehmend von depressiven Stimmungen, Interessenverlust, Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit bestimmt.

Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei einer Depression um eine ernste Erkrankung, die mit einem hohen psychischen Leidensdruck und oft auch mit schweren körperlichen Symptomen verbunden ist. Die Erkrankung der Seele führt oft in die Isolation und auch zu wirtschaftlichen Problemen, weil Betroffene dazu neigen, sich aus dem sozialen Umfeld zurückzuziehen und sich am Arbeitsplatz überfordert fühlen. Nicht selten kommt es zu langen Krankschreibungen und ohne rechtzeitige Therapie zu Frühverrentungen.

Akuter Suizidwunsch

In schwerwiegenden Fällen kann eine Depression lebensbedrohend sein, erklärt Dr. Claus Bajorat, Koordinator des 2015 gegründeten Bündnisses gegen Depression Weser-Ems sowie Leitender Arzt der Tageskliniken und Institutsambulanz der Karl-Jaspers-Klinik Oldenburg: „Die Erkrankung kann Betroffenen den Lebensmut rauben und in einen akuten oder über einen langen Zeitraum aufgebauten Suizidwunsch münden.“

Depressive Störungen gehören mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Formen zu den häufigsten Erkrankungen in westlichen Industrieländern. Eine aktuelle Studie der Deutschen Depressionshilfe geht davon aus, dass bundesweit nahezu jeder fünfte Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahre während seines Lebens mindestens einmal unter einer depressiven Störung leidet, wobei Frauen zwei bis drei Mal so oft betroffen sind wie Männer.

Eine qualifizierte Hilfestellung scheitert häufig daran, dass ein großer Teil der Betroffenen kaum über die Erkrankung informiert ist und diese lange Zeit oder dauerhaft als eine Art Schicksal hinnimmt. Das aus einer bundesweiten Initiative hervorgegangene regionale Bündnis gegen Depression soll dies ändern, betont Dr. Bajorat: Das Bündnis will zum einen Betroffenen und Angehörigen helfen, mehr über die Erkrankung zu erfahren. Zudem sollen Multiplikatoren wie Hausärzte, Fachöffentlichkeit, Lehrer, Polizisten, Apotheker, Seelsorger, Arbeitgeber und Journalisten informiert werden.“

Initiative trägt Früchte

Neueste Studien zeigen, dass die Initiative bereits erste Früchte trägt. Depressive Erkrankungen sind in den letzten 20 Jahren nicht häufiger geworden. Sie werden zunehmend korrekt diagnostiziert und damit auch behandelt. Die Zahl der Suizide ist bundesweit in den letzten 30 Jahren um etwa die Hälfte zurückgegangen.

Zum Angebot des im Raum Weser-Ems aktiven Bündnisses gegen Depressionen gehören öffentliche Info-Veranstaltungen sowie Schulungsangebote für medizinisches Fachpersonal und Arbeitgeber, mit denen das Wissen und der Umgang mit depressiven Erkrankungen verbessert wird. Mit dabei waren unter der Koordination der Karl-Jaspers-Klinik im Gründungsjahr 2015 mehr als zwei Dutzend regionale Unterstützer aus Kommunen, Verbänden sowie Einrichtungen und Personen aus dem Gesundheitsbereich. Ziel sei es, dass depressive Erkrankungen möglichst frühzeitig und professionell behandelt werden, so Dr. Bajorat: „Wenn dies gelingt, ist die Prognose sehr gut, die Erkrankung dauerhaft überwinden zu können.“

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