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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn alles immer stiller wird

19.02.2019

Oldenburg Das Hören ist ein komplexer Vorgang, an dem im Sinnesorgan Ohr zahlreiche sehr feine Strukturen mitwirken. Das Ganze funktioniert, in einfachen Worten erklärt, indem die außen sichtbare Ohrmuschel zunächst sehr unterschiedliche Schalldruckwellen aufnimmt, die durch den Gehörgang ans Trommelfell gelangen.

Von dort werden die Schwingungen auf die angrenzende, aus drei Teilen bestehende Gehörknöchelchenkette übertragen, die dann mit ihrem äußeren Teil – dem Steigbügel – auf das mit Flüssigkeit gefüllte Innenohr drückt. Die auf diesem Weg aufgenommene Schallwelle kann so in das auch als Schnecke bezeichnete Innenohr gelangen. Dort angesiedelte Haarsinneszellen wandeln die Bewegung in ein Nervensignal um, das über den Hörnerv zum Hörzentrum des Gehirns weitergeleitet wird. Dort werden die Nervenimpulse so ausgewertet, dass sie einen zum Impuls passenden Hör-Sinn ergeben.

Fachgesellschaften gehen davon aus, dass in Deutschland rund 20 Prozent der Bevölkerung mit einer behandlungsbedürftigen Minderung des Hörvermögens lebt. Viele von ihnen ignorieren die Einschränkung oder nehmen sie lange als eine vermeintlich natürliche Begleiterscheinung des Alterungsprozesses hin.

Kontinuierlicher Anstieg

Die aktuelle Hörtest-Aktion der Fördergemeinschaft Gutes Hören zeigt, dass vor allem viele ältere Menschen mit einer verminderten Hörleistung leben. Bei einer Untersuchung unter insgesamt 24 500 Testpersonen aus allen Altersstufen wurde festgestellt, dass bei mehr als 80 Prozent der über 60-jährigen Frauen und Männer eine mehr oder weniger starke Beeinträchtigung des Gehörs vorliegt. Bei der Gruppe zwischen 41 und 60 Jahren liegt dieser Prozentsatz bei 59 Prozent und beträgt bei den 21- bis 40-Jährigen 24 Prozent. Bei jungen Menschen unter 20 Jahre zeigte der bundesweite Test bei elf Prozent ein Hördefizit an.

Bei den meisten Betroffenen nimmt die Hörleistung demnach mit dem Alter kontinuierlich ab. Eine genetische Disposition oder eine jahrelange starke Lärmbelastung kann diesen individuell unterschiedlich stark fortschreitenden Prozess deutlich beschleunigen. Das Gleiche gilt für schwere Akut-Schäden, die zum Beispiel die Begleiterscheinung eines Hörsturzes sein können. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung kann man den meisten Patienten sehr gut mit einem der verbliebenen Hörleistung angepassten Hörgerät helfen. Wenn sich bei speziellen Testverfahren beim Ohrenarzt zeigt, dass das Hörvermögen schwer geschädigt oder weitgehend verloren gegangen ist, lässt sich oft nur noch mit einem Cochlea Implantat eine nennenswerte Verbesserung erzielen.

120 Eingriffe pro Jahr

Die Versorgung wird bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit oder einer Taubheit in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, berichtet Prof. Dr. Andreas Radeloff, Chefarzt der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg. Er führt mit seinem Team in dem dort angesiedelten Cochlea-Implantat-Zentrum pro Jahr rund 120 entsprechende Eingriffe durch, womit das Zentrum zu den drei Einrichtungen mit den höchsten Fallzahlen in Norddeutschland zählt.

Häufigster Grund für einen Hörverlust ist das Absterben der Haarsinneszellen im Innenohr. Ohne ausreichend funktionsfähige Zellen können die Schallwellen im Innenohr nicht wahrgenommen und als elektrischer Impuls an den Hörnerv umgewandelt werden. „Die von außen aufgenommenen Signale können die Hörnervenfasern nicht mehr erreichen“, betont Prof. Radeloff. Ein in das Innenohr eingesetztes Cochlea Implantat ersetzt die verloren gegangenen Haarsinneszellen und sorgt dafür, dass die in das Innenohr gelangten Signale an den Hörnerv weitergegeben und in der für die Verarbeitung verantwortlichen Hörregion ankommen können.

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