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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn die Produktion ausfällt

13.08.2019

Oldenburg Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) schätzt, dass bundesweit derzeit bis zu 35 000 Kinder an einem Diabetes-Typ-1 erkrankt sind. Das bedeutet, dass die Zahl der Betroffenen in dieser Altersstufe rund 0,3 Prozent beträgt. Nach aktuellen Studien verdoppelt sich die Zahl bis ins junge Erwachsenenalter und steigt in höheren Lebensjahren weiter an. Insgesamt sind in Deutschland rund 300 000 Menschen mit einem Diabetes-Typ-1 in ärztlicher Behandlung.

Seit den Neunzigerjahren beobachtet die Wissenschaft, dass der Anteil der an einem Diabetes-Typ-1 erkrankten Kinder in westlichen Industrieländern zunimmt. Die meisten Neuerkrankungen werden zunehmend in der Gruppe der unter Fünfjährigen festgestellt. Der Grund für diese Veränderung ist medizinisch noch nicht geklärt. Dessen ungeachtet gilt als wissenschaftlich gesichert, dass bei einer entsprechenden genetischen Disposition verschiedene Umweltfaktoren als Auslöser infrage kommen.

Vom Blut in die Zellen

Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin erfüllt die Aufgabe, mit der Nahrung aufgenommene Glukose für die Energiegewinnung der Körperzellen verfügbar zu machen. Konkret sorgt Insulin für den Transport des Zuckers vom Blut in die Zellen, wo es dann – ähnlich wie bei einem Kraftwerk – für die Energiegewinnung verbrannt wird. Nach einer glukosereichen Mahlzeit fließt besonders viel Glukose ins Blut. An den so erzeugten erhöhten Insulinbedarf passt sich der Organismus normalerweise automatisch selbst an. Auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel wird mit einer verstärkten Insulinproduktion reagiert.

Bei Menschen mit einem Diabetes-Typ-1 funktioniert das nicht. Die Insulinzellen werden bei ihnen ohne nachvollziehbaren Grund durch das körpereigene Abwehrsystem angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Dieser in der Regel schleichend über Jahre verlaufende Prozess bleibt oft lange unbemerkt, weil zunächst noch ausreichend Insulin produziert werden kann. Früher oder später sind die Insulinzellen aber soweit zerstört, dass der Organismus nicht mehr ausreichend auf das Hormon zurückgreifen kann. Die Fähigkeit zur körpereigenen Regulierung des Blutzuckerspiegels geht dann verloren. Einmal Betroffene sind lebenslang auf die äußere Zufuhr von Insulin angewiesen.

Gefährliche Entgleisung

Solange dies nicht erkannt wird, muss man bei einem Typ-1-Diabetes damit rechnen, dass sich starke Krankheitssymptome einstellen, die sich rasch verschlimmern können. „Im schlimmsten Fall kommt es zu einer schweren Entgleisung des Blutzuckers, die ohne umgehende medizinische Gegenmaßnahmen akut lebensbedrohlich verläuft“, berichtet Rudolf Oeverink, niedergelassener Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Endokrinologie und Diabetologie in Oldenburg. Diese medizinisch als Ketoazidose bezeichnete Komplikation sei unabhängig vom Alter immer ein Notfall, der die umgehende Versorgung in einem Krankenhaus erfordert.

Der beste Schutz vor einer gefährlichen Entgleisung des Blutzuckers und anderen Komplikationen ist eine konsequente Kontrolle des Blutzuckers sowie Zufuhr der jeweils benötigten Insulinmenge. Kinder und Jugendliche mit einem Typ-1-Diabetes spritzen üblicherweise vier Mal am Tag ihr Insulin. Neben einer Injektion vor den drei Hauptmahlzeiten ist eine weitere Zufuhr für die Grundversorgung mit Insulin nötig.

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