Oldenburg - Nach einem Schlaganfall können zur Wiederherstellung der Sprach- bzw. Sprechfähigkeit ebenso noch vorhandene Nervenbahnen innerhalb des geschädigten Areals wie auch benachbarte Hirnregionen so trainiert werden, dass sie Aufgaben zerstörter Bereiche übernehmen. Bei der pro Termin 30 bis 60 Minuten logopädischen Aphasie-Therapie werden die für das Sprachvermögen nutzbaren Neuronen der Nervenbahnen mit gezielten Übungen angesprochen und aktiviert. Für den Behandlungserfolg kommt es auch auf die Dosierung an, erklärt die Logopädin Hannah Stebel: „Das Gehirn braucht neben dem Training auch Pausen, um das Gelernte verarbeiten und sich von der mit der Therapie verbundenen Anstrengung erholen zu können.“
Der optimal passende Therapieplan wird bei der Schlaganfall-Behandlung in Akut-Kliniken in Abstimmung mit dem Arzt von den Logopäden vor Ort geplant und durchgeführt. Das Gleiche gilt für die drei bis sechs Wochen dauernde Anschlussheilbehandlung in einer stationären Reha-Einrichtung. In der Regel ist aus medizinischer Sicht danach eine logopädische Weiterbehandlung der Sprachdefizite sinnvoll. Im ersten Jahr nach dem Schlaganfall gibt es kaum Einschränkungen hinsichtlich Umfang und Frequenz der Heilmitteltherapie. Auch später steht Betroffenen eine logopädische Behandlung zu.
