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Parodontitis Die Zerstörer im Mundraum

Klaus Hilkmann

Oldenburg - Erkrankungen des Zahnhalteapparats wie eine Parodontitis zählen weltweit mit zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen der Bevölkerung. Sie sind bei Erwachsenen vor Karies und Verletzungen der häufigste Grund für einen Zahnverlust. Eine Parodontitis entsteht in einfachen Worten erklärt als Folge einer unzureichenden Mundhygiene und einer daraus resultierenden Entzündung des Zahnfleisches, die medizinisch als Gingivitis bezeichnet wird.

Grundsätzlich werden rein gingivale Erkrankungen von parodontalen Erkrankungen unterschieden, die durch die Einbindung aller zahntragenden Strukturen des Zahnhalteapparats an dem zerstörerischen Entzündungsprozess gekennzeichnet sind. Dafür verantwortlich sind Bakterien, die auf den Zunge, den Zahnoberflächen und zwischen den Zähnen sitzen. Diese verursachen ohne geeignete Gegenmaßnahmen letztlich eine chronische Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparates – die Parodontitis.

„Betroffene müssen damit rechnen, dass es früher oder später zu einer Zerstörung von Gewebe- und Knochenstrukturen kommt, die der Zahn für einen festen und sicheren Halt benötigt“, erklärt Dr. Uwe Herz, Vorsitzender der Bezirksstelle Oldenburg der Zahnärztekammer Niedersachsen. Am Ende eines oft über Jahre, mitunter aber auch deutlich schneller verlaufenden Erkrankungsprozesses können die Zähne aus der betroffenen Region locker werden und schließlich ausfallen. Das gilt für Menschen mit einer schweren Parodontitis auch dann, wenn die Zähne selbst gesund sind.

Blutungen bei der Pflege

Neben Schwellungen und Rötungen können auch Blutungen bei der Zahnpflege sowie Mundgeruch erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung sein. Dafür verantwortlich sind Zahnbeläge (sogenannte Plaques) die aus Millionen unterschiedlicher Bakterien sowie Bestandteilen von Speichel und Nahrungsresten bestehen. Wenn diese zunächst weichen Beläge nicht regelmäßig von den Oberflächen und aus den Zwischenräumen der Zähne entfernt werden, entstehen als Zahnstein bezeichnete Verhärtungen.

Weiter vorgedrungene Bakterien sorgen dafür, dass sich sich das Zahnfleisch vom Zahn löst, wodurch Taschen entstehen, in denen sich die zerstörerischen Bakterien massiv vermehren. Während die Taschen immer tiefer werden, bilden sich das Zahnfleisch und auch benachbarte Gewebe- und Knochenstrukturen zurück. Eine Zahnfleischentzündung ist ein typischer Hinweis, dass der Bakterienbefall des Zahnhalteapparats vom körpereigenen Abwehrsystem erkannt und automatisch bekämpft wird.

Gewebe wird angegriffen

Solange der bakterielle Angriff und die Körperabwehr im Gleichgewicht sind, passiert nicht viel. Das Immunsystem schafft es aber oft nicht, die Infektion ausreichend zu bekämpfen. Die Bakterien haben es dann leichter, von den Zahnoberflächen in tiefer gelegenes Gewebe vorzudringen, erklärt Zahnarzt Dr. Herz: „Dann entsteht dort eine chronische Entzündung, die das zahnhaltende Gewebe und die beteiligten Knochen angreift und zunehmend zerstört.“

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