• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Unangenehmes Symptom

23.01.2018

Oldenburg Für einen in der Regel nach spätestens zwei bis vier Wochen überstandenen Akut-Durchfall kann es zahlreiche unterschiedliche Ursachen geben. Das Hauptproblem ist bei allen Betroffenen ähnlich: Sie leiden unter einem unnatürlich häufigen WC-Drang und scheiden dabei flüssigen oder breiigen Stuhl aus. Nicht selten kommen weitere, vor allem grippeähnliche Krankheitssymptome hinzu. Aktuelle Zahlen von Fachgesellschaften zeigen, dass in Deutschland knapp die Hälfte der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr wegen entsprechender Beschwerden einen Arzt oder eine Apotheke aufsucht.

Lebenslange Therapie

Zusätzlich gibt es die deutlich selteneren Fälle von chronischem Durchfall, bei denen die Beschwerden auch nach längerer Zeit verbleiben oder immer wieder auftreten. „Anders als bei den meisten Akut-Durchfall-Erkrankungen ist dann zwingend eine eingehende Untersuchung beim Arzt erforderlich, um die Ursache erkennen und behandeln zu können“, betont Dr. Mirko Vonderach, Facharzt für Innere Medizin und Mitglied einer in Oldenburg niedergelassenen Praxis für Gastroenterologie. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass schwere Folgeschäden entstehen.

Neben anderen Ursachen können chronische entzündliche Darmerkrankungen wie ein Morbus Crohn oder ein Colitis Ulcerosa als Ursache für einen chronischen Durchfall infrage kommen. Bei einer entsprechenden Diagnose ist oft eine lebenslange medikamentöse Therapie nötig, die im Erfolgsfall auch eine Linderung der Durchfall-Symptomatik bewirkt. Es kann aber auch sein, dass es infolge einer chronischen Darmentzündung schon zu schweren Schädigungen der Darmwand oder Schleimhaut gekommen ist. Dann kann sogar eine Operation erforderlich sein, um lebensbedrohliche Komplikationen wie etwa ein Loch im Darm oder einen Darmverschluss zu verhindern.

Bei einem Akut-Durchfall verschwinden die Beschwerden fast immer von selbst wieder. Eine medizinische Intervention gegen den Durchfall – etwa mit dem Einsatz von Medikamenten – ist in diesen Fällen meistens allenfalls zur Symptom-Linderung sinnvoll, erklärt Dr. Vonderach: „Vor allem, wenn der Patient bereits vor der Erkrankung erheblich geschwächt war, kann aber auch eine ärztliche Behandlung unumgänglich sein.“ Um den Patienten vor einem gefährlichen Austrocknen zu bewahren, muss der mit dem Durchfall verbundene Flüssigkeitsverlust mitunter mit einer Infusion ausgeglichen werden.

Eine Infektion mit Viren oder Bakterien ist nach wie vor der häufigste Auslöser eines Akut-Durchfalls. Besonders im Winter sorgen hochinfektiöse Noro- und Rota-Viren immer wieder für Magen-Darm-Infektionen.

Mangelnde Hygiene

Zu den typischen Symptomen zählen dabei neben Durchfall häufig auch Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit. Ähnliche Beschwerden kann auch die Infektion mit E.Coli-Bakterien auslösen, die über verunreinigte Lebensmittel und durch mangelnde Hygiene – etwa beim Hände schütteln – übertragen werden können. Als weitere Auslöser können zum Beispiel Salmonellen, Angst und Stress sowie Nebenwirkungen von Medikamenten oder einer Chemotherapie für einen vorübergehenden Durchfall sorgen.

Neben einem Reizdarmsyndrom zählen Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit zunehmender Tendenz zu den weit verbreiteten Ursachen für einen Akut-Durchfall. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen schätzt, dass davon bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen ist.

Problem Nummer eins ist dabei die Laktoseintoleranz, bei der Betroffene keinen Milchzucker vertragen. Es folgt die Fructoseintoleranz, bei der nach dem Verzehr von Obst sowie gesüßten Speisen und Getränken Probleme entstehen.

Dazu kommt die medizinisch als Zöliakie bezeichnete Glutenunverträglichkeit, bei der man auf den Verzehr verschiedener Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer verzichten muss.

Wenn der Auslöserfür eine Nahrungsmittelunverträglichkeit verlässlich durch eine ärztliche Diagnose festgestellt wurde, kann der Betroffene mit einer Ernährungsumstellung fast immer eine deutliche Linderung erreichen – bis hin zum Verschwinden der Beschwerden. Dabei reicht es aber nicht aus, offensichtliche Problem-Auslöser wie Milchprodukte, süßes Obst oder bestimmte Getreidearten vom Speiseplan zu verbannen.

Da viele dieser Stoffe mehr oder weniger versteckt in Fertigprodukten enthalten sind, sollte man sich genau mit der Zutatenliste beschäftigen, empfiehlt Dr. Mirko Vonderach. So enthalten zum Beispiel vermeintlich glutenfreie Produkte wie Gewürzmischungen, Wurst oder fettreduzierte Lebensmittel mitunter auch Gluten, so dass es nach dem Verzehr zu Beschwerden kommt, mit denen man nicht gerechnet hat.

Inzwischen gibt es zum Beispiel viele laktosefreie Milchprodukte. Eine Lebensmittelunverträglichkeit muss also nicht mit einem Verlust von Lebensqualität verbunden sein.

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.