Oldenburg - Warum eine MS entsteht, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Sicher ist, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems handelt, bei der sich das auf die Abwehr von Krankheitserregern ausgerichtete Immunsystem wie bei einer Rheumaerkrankung gegen den eigenen Körper richtet. Bei einer Multiplen Sklerose sorgt die Fehlsteuerung dafür, dass gesunde Nervenzellen- und Fasern attackiert werden, was zu Schädigungen und Störungen führt.
Weil das von einer MS angegriffene zentrale Nervensystem mit dem ganzen Körper verbunden ist, können im schlimmsten Fall daraus resultierende Symptome den kompletten Organismus betreffen. Tückisch ist an der Erkrankung auch, dass mit jedem neuen Schub weitere Nervenzellen geschädigt werden. Da es bislang keine Medikamente gibt, die eine Regeneration bewirken, sind angegriffene Neuronen meistens für immer verloren. Anders ist das, wenn sich die Nervenzellen dank der Selbstheilungskräfte des Körpers erholen. Ob und wie gut dies gelingt, ist weder sicher noch vorhersehbar.
In der Wissenschaft sind mehrere neue Behandlungsverfahren in der Pipeline, die aber zumeist noch in einer frühen Phase sind, betont Prof. Loser. So gibt es etwa kleinere Studien mit vielversprechenden Ergebnissen zur Rolle der Darmflora und zur Wirksamkeit von Vitamin D.
