OLDENBURG - Lungenkrebs ist bei Männern und Frauen jeweils die dritthäufigste Krebsart. Während die Zahl der Neuerkrankungen bei männlichen Betroffenen in Deutschland seit einigen Jahren konstant bleibt, ist sie bei Frauen stetig angestiegen. Rauchen ist in rund 90 Prozent der Fälle die Ursache von Lungenkrebs.

Die mehr als 4800 im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen verteilen sich mit jedem Zug im gesamten Körper, erklärt Dr. Dörte Wulf, Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin im Oldenburger Pius-Hospital. Der Weg des eingeatmeten Rauchs verläuft von der Mundhöhle, dem Kehlkopf und der Luftröhre bis in die letzten Winkel des fein verästelten Bronchialsystems der Lunge. Dort dringen die im Rauch enthaltenen Substanzen wie durch das Schlüsselloch einer Haustür in die Blutbahn ein und erreichen somit jedes Organ.

Die Krebsgefahr ist immer da am größten, wo direkter Kontakt mit dem Zigarettenrauch bestanden hat. Daher ist für Raucher das Risiko, etwa an Mundboden-, Kehlkopf-, Zungen- oder auch Speiseröhrenkrebs zu erkranken, erhöht. Weil viele Schädigungen im Organismus irreparabel sind, wird man nach einer Entwöhnung nie wieder den gleichen (Gesundheits)-Stand wie vor der ersten Zigarette erreichen, betont Dr. Dörte Wulf: „Jeder Tag ohne Rauchen vermindert aber das Risiko einer schweren Folgeerkrankung.“