• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Forschung: Problemmacher sicher erkennen

25.06.2019

Oldenburg Schmerzhafte Entzündungen, blutige Stellen und unerträglicher Juckreiz: Erkrankungen der Haut haben zumeist eine Gemeinsamkeit. Sie begleiten viele Betroffene lebenslang und erzeugen oft einen hohen Leidensdruck.

Dank gut wirksamer Medikamente und Behandlungsstrategien gelingt es zwar immer häufiger, die Beschwerden erträglicher zu machen. Mit der erfolgreichen Behandlung der Symptome habe die Medizin aber noch nicht die Schlüssel zu möglichen Problemmachern gefunden, erklärt Prof. Dr.Ulricke Raap, Direktorin der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie im Klinikum Oldenburg: „Bei der Suche nach den Gründen für das Entstehen und den Verlauf vieler Hauterkrankungen gibt es in der Wissenschaft noch viele offene Fragen.“

Neue Erkenntnisse könnte der Einsatz eines modernen Geräts für eine gezielte Zellanalyse bringen, mit dem man Triggern verschiedener Hauterkrankungen sicher auf die Spur kommen kann. Diese bislang nur in großen Zentren verfügbare Technik funktioniert, indem zuvor bestimmte Zellbestandteile – ähnlich wie bei einem bei Google eingegebenen Suchbegriff – aus dem zuvor in die Zentrifuge eingefüllten Blut oder Gewebepartikeln herausgefiltert werden und dann in Reinform für weitere Untersuchungen zur Verfügung stehen.

Hohe Erfolgsquote

Anders als bei den bislang dafür genutzten Verfahren gelinge das mit dem neuen Gerät mit einer nahezu 100-prozentigen Erfolgsquote, betont Prof. Ulrike Raap: „Das Ganze eröffnet der Medizin hervorragende Perspektiven für die künftige Diagnostik und Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen.“

Das von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) mitfinanzierte Gerät soll ab August 2019 in der Forschungsabteilung der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie eingesetzt werden. Ziel der Wissenschaftlichen Arbeit ist, Antworten auf bislang ungelöste Fragen zu finden.

So ist zum Beispiel bis heute unklar, warum nur ein Teil der Menschen mit einer vergleichbaren genetischen Vorbelastung auch tatsächlich an einer Hauterkrankung wie etwa der Schuppenflechte erkrankt – und der andere Teil davon verschont bleibt.

Selbst bei eineiigen Zwillingen sind entsprechende Fälle bekannt, aber noch nicht aufgeklärt. Der Verlauf der Forschung werde zeigen, welche Fragen mit der neuen Medizintechnik gelöst werden können, betont Prof. Ulrike Raap: „Wir gehen davon aus, dass wir in fünf bis zehn Jahren erste tragfähige Ergebnisse haben werden, von denen die Patienten profitieren können.“

Medizin für die Menschen

Die für Forschungszwecke genutzten Zellen sollen aus Blut und Hautgewebe kommen, die auf freiwilliger Basis von Patienten der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie zur Verfügung gestellt werden. Damit sei auch sichergestellt, dass die Untersuchungen der Forschungsabteilung genau auf die Hauterkrankungen ausgerichtet sind, die in der angeschlossenen Universitätsklinik behandelt werden. „Wir führen hier sehr konkret Wissenschaft und Praxis zusammen“, erklärt Ulrike Raap: „Letztlich ist das Medizin für die Menschen.“

Mögliche Anwendungsgebiete sind vor allem entzündliche Hauterkrankungen wie unterschiedliche Formen der Schuppenflechte oder einer Neurodermitis. Weil die Blut- und Gewebezellen auch hier eine wichtige Rolle spielen, könne man auch in der Juckreizforschung neue Erkenntnisse erwarten.

Um möglichst viele Wissenschaftler in die Forschung einbinden zu können, haben die auf Erkrankungen der Haut spezialisierten Universitätskliniken Oldenburg, Münster, Erlangen, Düsseldorf und Heidelberg eine enge Zusammenarbeit in einer von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsgruppe vereinbart. Die dort in verschiedenen Forschungsprojekten gewonnenen Daten und Fakten sollen in einen Pool für eine gemeinsame Auswertung und Aufarbeitung einfließen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.