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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Die Weichen werden früh gestellt

12.11.2019

Oldenburg Frühchen haben nicht nur einen besonders schweren Start ins Leben. Die Folgen einer zu frühen Geburt wirken sich häufig bis ins Erwachsenenalter aus. Aktuelle Daten der Bayerischen Entwicklungsstudie (BEST) zeigen, dass vor allem vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommene Kinder in nahezu allen Bereichen mit einem Nachholbedarf leben müssen. Neben einem körperlichen Rückstand gegenüber Gleichaltrigen hat eine zu frühe Geburt oft auch Auswirkungen auf die geistige und soziale Entwicklung. Insbesondere in den ersten Lebensjahren benötigen die Kinder neben einer besonders sorgfältigen medizinischen Betreuung umfassende Hilfen für das Alltagsleben.

„Zu früh geborene Kinder sind auch später in vielen Fällen besonders zart und zurückhaltend. Sie haben es zum Beispiel häufig schwer, im Kindergarten und in der Schule zurecht zu kommen“, erklärt Prof. Dr. Axel Heep, Direktor der Klinik für Neonatologie, Intensivmedizin und Kinderkardiologie in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Oldenburg. Entsprechende Erkenntnisse sind durch die BEST-Studie belegt, in der die Entwicklung von mehreren Hundert Frühgeborenen bis ins Erwachsenenalter verfolgt und ausgewertet wurde.

Scheu und vorsichtig

Ein wesentliches Studienergebnis ist, dass eine zu frühe Geburt prägend für fast alle Bereiche des weiteren Lebens ist. Sie wirkt sich ebenso auf die kognitive Leistungsfähigkeit wie auch auf die emotionalen Erfahrungen und das Verhalten bis ins Erwachsenenalter aus. Betroffene Kinder sind im späteren Leben tendenziell eher scheu und vorsichtig. Sie werden im Kindergarten und in der Schule vergleichsweise oft gemobbt, leben eher zurückgezogen und tun sich oft schwer, einen Lebenspartner zu finden.

Das Risiko für bleibende kognitive und körperliche Defizite ist um so höher, desto früher ein Kind geboren wird. Eine gerade veröffentlichte Studie aus Schweden zeigt, dass bei 78 Prozent der zwischen der 22. und 27. Schwangerschaftswoche geborenen Frühchen auch im späteren Alter schwerwiegende Begleitfolgen verblieben sind. Die Probleme verringern sich mit jeder Woche, die das Kind länger im Mutterleib verbleibt.

Dessen ungeachtet können auch sehr früh geborene Kinder eine zufriedenstellende Lebensqualität erreichen – inklusive eines guten Schul- und Berufsabschlusses sowie einer harmonischen und stabilen Beziehung. Wichtig sind dafür eine gleich nach der Geburt beginnende Förderung und ein liebevolles soziales Umfeld, das den besonderen Anforderungen gerecht wird.

Risiko-Frühgeborene

Als Frühgeborene werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin die Kinder bezeichnet, die vor 37 vollendeten Schwangerschaftswochen – also rund drei Wochen vor dem normalen Geburtstermin – zur Welt kommen. Kinder, die zehn Wochen und mehr zu früh geboren werden, zählen zu den Hochrisiko-Frühgeborenen. Prof. Heep betreut mit seinem Team pro Jahr rund 600 Frühchen und kranke Neugeborene. Darunter sind mehr als 120 Risiko-Frühgeborene.

Die Überlebenschance sehr früh geborener Kinder hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dank verbesserter medizinischer und pflegerischer Standards deutlich verbessert. Viele Frühchen können das Krankenhaus schon im Verlauf der 37. oder 38. Schwangerschaftswoche ohne akute Gefahren für die Gesundheit verlassen.

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