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Handicap-Patienten Die Zahnfunktion sicherstellen

Klaus Hilkmann

Oldenburg - Internationale Studien zur Zahngesundheit zeigen, dass Menschen mit einer Behinderung überdurchschnittlich oft von Karies und Erkrankungen des Zahnfleisches wie zum Beispiel Parodontitis betroffen sind. Umso wichtiger sind daher möglichst effektive und alltagstaugliche Pflegemaßnahmen für die Mund- und Zahngesundheit. Hier kommt es insbesondere darauf an, dass die Zähne morgens und abends richtig geputzt werden.

Zudem sollte bei der Ernährung auf die Zahngesundheit geachtet werden. Ebenso wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen – am besten bei einem mit der Behandlung von Handicap-Patienten vertrauten Zahnarzt, empfiehlt die Zahnärztliche Arbeitsgemeinschaft für Menschen Behinderung in der Zahnärztekammer Niedersachsen.

Die erhöhte Gefahr einer Zahnerkrankung hat mit einer Behinderung selbst nichts zu tun, erklärt die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg. Vielmehr sind Begleiterscheinungen des jeweiligen Handicaps die Ursache für das vermehrte Auftreten etwa von Karies oder Parodontitis. So könne eine gestörte Motorik negative Auswirkungen auf die Mund- und Kaufunktion haben. Eine oft beim Down-Syndrom geschwächte Immunabwehr erhöht das Risiko für Erkrankungen des Zahnfleisches. Als Folge kann eine schwere Parodontitis entstehen, die früher oder später zum Zahnverlust führen kann.

Erschwerte Zahnpflege

Zur besonders gefährdeten Gruppe zählen zum Beispiel Menschen mit einer Epilepsie. Betroffene müssen abgesehen von motorischen Problemen in vielen Fällen bestimmte Medikamente einnehmen, die unnatürliche Zahnfleisch-Wucherungen begünstigen. „Dadurch wird das Zähne putzen zusätzlich erschwert“, erklärt der Oldenburger Zahnarzt Axel Zahn, der mit seinem Team auch auf die Behandlung behinderter und sehr alter Menschen spezialisiert ist.

Bei den Kontrollbesuchen beim Zahnarzt steht neben der umgehenden Behandlung möglicher Zahnerkrankungen die Zahn- und Mundhygiene im Vordergrund. Wichtiger als ein strahlend-weißen Gebisses ist dabei der Erhalt bzw. Wiederherstellung der Schmerzfreiheit sowie der Zahnfunktionen wie das Zerteilen und Kauen der Nahrung, betont Axel Zahn: „Als Prophylaxe ist vor allem eine professionelle Zahnreinigung wichtig, weil man damit Beläge mit aggressiven Bakterien beseitigen kann, die Schäden an Zähnen und Zahnfleisch auslösen.“

Das Risiko verringern

Durch die zumeist schnelle und schonende Prophylaxe können auch Reststoffe aus den Zahnzwischenräumen gelöst werden, die selbst für Menschen ohne Handicap nur schwer mit der Zahnbürste erreichbar sind. Mit einer alle drei Monate bis sechs Monate durchgeführten Zahnreinigung lasse sich das Erkrankungsrisiko klar verringern.

Für eine sichere und zufriedenstellende Behandlung ist neben der Erfahrung und Qualifikation des Zahnarztes auch speziell geschultes Praxispersonal unabdingbar. Entscheidend ist für Axel Zahn ein weiterer Punkt: „Gerade bei Menschen mit einem Handicap müssen wir bei jedem einzelnen Patienten eine individuell abgestimmte Lösung für eine möglichst gute Zahnfunktion- und Gesundheit finden.“

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