OLDENBURG - Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ermöglicht fast unmittelbar nach einer Ganzkörperuntersuchung eine exakte Diagnose. Die MRT-Untersuchung gewährt dem behandelnden Arzt am PC-Bildschirm aus jeder gewünschten Perspektive scharfe Bilder der inneren Organe. Besondere Bedeutung hat das bildgebende Verfahren u.a. bei der Diagnostik von Herz- und verschiedenen Krebserkrankungen. Auch bei der Untersuchung des Rückenmarks, bei Bandscheibenvorfällen, in der Gynäkologie sowie bei Gelenks- und Muskelerkrankungen bringt die MRT-Untersuchung deutlich bessere Erkenntnisse als etwa eine Röntgenaufnahme.

Das Oldenburger Pius-Hospital wird die neueste Generation der MRT-Technik in wenigen Monaten nutzen können. „Von dieser Investition werden unsere Patienten ganz erheblich profitieren. Wir können damit mehrere, zuvor in getrennten Verfahren durchgeführte Untersuchungen in nur einem Schritt durchführen, was natürlich eine deutlich schnellere Diagnose ermöglicht“, betont der Direktor des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie am Pius-Hospital, Priv.-Doz. Dr. Alexander Kluge.

Welche Vorteile die MRT-Bilder bieten, verdeutlicht schon auf dem ersten Blick ein Film vom schlagenden Herzen eines vor kurzem untersuchten Patienten. Dass die „Herz-Geschichte“ in diesem Fall ohne eine umgehende Behandlung wahrscheinlich kein „Happy End“ hätte, erkennt Dr. Kluge vor allem an den „Hauptakteuren“ des Films: Graue Flecken, die sich im Ader-Inneren wie Pfropfen dem freien Blutfluss in den Weg stellen. „Das sind sichere Hinweise auf Ablagerungen, die für eine Störung der Blutzirkulation in diesem Teil des Herzens sorgen und Auslöser für einen Infarkt sein können.“

Von der Anatomie bis zur Morphologie oder der Physiologie sind dank des MRT auch bei anderen Fragen zur Herzgesundheit verlässliche Aussagen über den Ist-Zustand des Patienten und das weitere Vorgehen möglich. Deutlich aufwendigere Verfahren wie etwa eine Katheter-Untersuchung am schlagenden Herzen seien so in vielen Fällen unnötig. Dr. Kluge: „Die Herz-Live-Untersuchung mit MRT-Technik ist sehr hilfreich bei der Beurteilung von Infarktrisiko-Faktoren sowie beim Nachweis und der Ausmessung von Infarkten. Nicht zuletzt können damit in vielen Fällen für den Patienten unangenehme und risikoreiche Eingriffe verhindert werden.“

Laufen lernen die MRT-Bilder dank eines großen Elektromagneten, der dafür sorgt, dass die im Körper vorhandenen Wasserstoffmoleküle in eine Fließrichtung in Richtung des Magnetfeldes gleichgeschaltet werden. Wenn der (Magnet)-Impuls wieder weggenommen wird, verteilen sich die Wasserstoffmoleküle wieder in alle Richtungen. Als Ergebnis dieses für den Körper völlig harmlosen Vorgangs sind am Bildschirm sehr gute Bilder des Weichteilgewebes zu sehen.

Auch in der Krebstherapie geben die so gewonnenen Hinweise auf die chemische Zusammensetzung des Körpergewebes dem Arzt und dem Patienten schnell Gewissheit darüber, ob etwa der Knubbel im Nacken gut- oder bösartig ist und in welchem Ausmaß sich bei einer Krebserkrankung bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) entwickelt haben.

Lebensrettend können die MRT-Bilder auch bei Patienten mit einer Lungenerkrankung sein. Die für eine oft tödliche Lungenembolie verantwortlichen Blutgerinnsel können in einer etwa zehnminütigen Untersuchung zusammen mit ihrem häufigsten Ursprung in den Beinvenen schnell nachgewiesen werden, sodass noch geeignete Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel die Verabreichung von Blutverdünnungsmitteln möglich sind.

Für Dr. Alexander Kluge ist die Sache klar: „Das MRT ist universell einsetzbar und bei der Diagnostik verschiedener Krankheiten eigentlich unverzichtbar.“