Oldenburg - Wenn sich der Verdacht auf eine Diabetes-Erkrankung bei der Untersuchung durch den Kinderarzt nicht bestätigt, ist eine weiterführende Diagnostik nötig, um ein weiter anhaltendes, unerklärlich hohes Trinkverlangen des Kindes aufklären zu können. Da entsprechende Symptome auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten können, muss der Kinderarzt dabei auch andere Erkrankungen im Blick haben, wegen derer das Kind bereits behandelt wird. Insbesondere bei einem chronischen Durchfall kommt es zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust, der dann durch vermehrten Durst kompensiert wird.
Verdächtige Durst-Symptome können in sehr seltenen Fällen aber auch durch einen Hormonmangel entstehen. Das Problem ist dann, dass die Urinkonzentration in der Niere wegen eines Mangels an dem Hormon ADH verhindert wird. Die Folge ist dann, dass unnatürlich viel Wasser mit dem Urin ausgeschieden wird, was mit einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf und Durst verbunden ist.
Als Ursachen kommen zwei Möglichkeiten in Frage: Entweder kann die Hirnanhangdrüse etwa wegen eines Tumors kein ADH-Hormon produzieren oder die Wirkung des ADH-Hormons an der Niere wird wegen einer zumeist erblichen Erkrankung behindert. Ein Hirntumor lasse sich gerade bei Kindern mit guten Erfolgsaussichten behandeln, betont Prof. Dr. Hermann Müller: „Ein wesentlicher Grund ist, dass diese Tumoren oft einen gutartigen Gewebetyp aufweisen.“
