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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn die Sicht schlecht wird

12.02.2019

Oldenburg Die auf der Oberfläche der Augen sitzende Hornhaut besteht aus mehreren feinen Schichten, die zusammen genommen nur rund einen halben Millimeter dick sind und keine Blutgefäße enthalten. Passend zur Anatomie des Auges hat die etwa zehn bis zwölf Millimeter breite Hornhaut eine gewölbte Form. Die Hornhaut ist komplett durchsichtig und schützt das Augeninnere wie eine Windschutzscheibe vor dem Eindringen von Fremdkörpern und Keimen.

Zudem wirkt die Schutzschicht wie eine feste Abdeckung nach außen, was das Auslaufen des Augeninneren verhindert. Eine gesunde unbeschädigte Hornhaut sorgt darüber hinaus im Zusammenspiel mit der Linse für eine optimale Lichtbrechung, was sicherstellt, dass eine präzise Abbildung der aus der Umwelt aufgenommenen Bilder auf der Netzhaut erfolgen kann. Das so eingerichtete, automatisch funktionierende optische System ist eine wesentliche Voraussetzung für scharfes Sehen und eine insgesamt gute Sicht.

Heilung ist möglich

Die jeweiligen Schichten der Hornhaut nehmen unterschiedliche Funktionen wahr. Während die als Epithel bezeichnete äußere Schicht eine natürliche Barriere vor Infektionserregern bietet, ist die innerste Schicht – das Endothel – für die Entwässerung und damit für die Hornhaut-Klarheit verantwortlich. Eine Trübung oder Schädigung der Hornhaut kann schon binnen kurzer Zeit eine deutliche Verschlechterung der Sehfähigkeit bewirken. Ohne eine qualifizierte medizinische Intervention kann dieser Prozess bis hin zur Erblindung des betroffenen Auges voranschreiten. Schädigungen der Hornhaut sind nach Angaben von Fachgesellschaften weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache.

Mit der rechtzeitigen Einleitung einer geeigneten Therapie muss es soweit nicht kommen, erklärt Prof. Dr. Dr. Stefan Schrader, Direktor der Universitätsklinik für Augenheilkunde im Pius-Hospital Oldenburg: „Schädigungen der Hornhaut können heute meistens mit sehr guten Erfolgsaussichten behandelt werden.“ In der Regel sei dann eine Transplantation mit Spendergewebe am besten wirksam. Beim größten Teil der Patienten lasse sich mittels moderner OP-Verfahren der Hornhautchirurgie eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens bis hin zu einer kompletten Heilung erzielen. Entsprechende Eingriffe werden regelmäßig an spezialisierten Zentren wie auch in der Pius-Universitätsklinik für Augenheilkunde in Oldenburg durchgeführt.

Anders als vor zehn oder 15 Jahren üblich wird die Hornhaut bei einer Transplantation inzwischen nur in Ausnahmefällen komplett ausgetauscht. Bei dem früher üblichen, in der Augenheilkunde als perforierende Keratoplastik bezeichneten Verfahren wird die neu eingesetzte Hornhaut mit zwei dünnen Nylonfäden auf der Augenoberfläche befestigt.

Risiko einer Abstoßung

Da die Fäden dort bis zu eineinhalb Jahre verbleiben müssen, dauert der Heilungsprozess vergleichsweise lange. Zudem muss man bis zum Abschluss der Behandlung auf besondere Vorsichtsmaßnahmen achten – unter anderem, um das Abstoßungsrisiko möglichst gering zu halten.

„Bei den aktuell gebräuchlichen augenchirurgischen Techniken wird zumeist nur der geschädigte Bereich ersetzt, sodass der gesunde Rest der eigenen Hornhaut erhalten bleibt“, berichtet Prof. Schrader. Dieses in den letzten Jahren immer weiter verfeinerte, als lamelläre Keratoplastik bekannte Verfahren habe den Vorteil, dass der Eingriff minimalinvasiv erfolgen kann und somit schonender für den Patienten ist. Zudem ist der Wundheilungsprozess meistens schon nach einigen Wochen abgeschlossen. Die mit dieser OP-Technik behandelten Patienten können in der Regel mit einer schnellen Verbesserung der Sehschärfe rechnen.

Nicht zuletzt komme die bei jeder Transplantation mögliche Abstoßungsreaktion bei der lamellären Keratoplastik deutlich seltener vor.

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