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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Nur noch wenige Sekunden in der CT-Röhre

11.10.2019

Oldenburg Der Computertomograph (CT) gehört heute zum wichtigsten Arbeitsmittel des Radiologen, mit dem eine Vielzahl von Erkrankungen diagnostiziert werden können. Seit kurzem hat das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Oldenburg einen zweiten Computertomographen, der dem neuesten Technikstand entspricht. Das Gerät kostet 1,2 Millionen Euro und ist geleast worden.

Wie funktioniert die Computertomographie?

Die Computertomographie ist ein bildgebendes Verfahren in der Radiologie. Es nutzt Röntgenstrahlung. Im Gegensatz zum klassischen Röntgen wird hier ein Computer benutzt, um errechnete Schnittbilder erzeugen zu können. Durch Auswertung einer Vielzahl, aus verschiedenen Richtungen aufgenommener Röntgenaufnahmen, werden die Schnittbilder digital rekonstruiert.

Die Bilder bieten im Gegensatz zu einer normalen Röntgenaufnahme eine überlagerungsfreie Darstellung der Körperstrukturen. So kann das CT nicht nur Knochen, sondern mit Hilfe eines Kontrastmittels auch Weichteilstrukturen sichtbar machen, erklärt Dr. Tobias Kowald, kommissarischer Institutsleiter der Radiologie.

Wann wird die Computertomographie eingesetzt?

„Das CT wird vor allem bei verunfallten Patienten eingesetzt“, so Dr. Kowald. Wenn innere Verletzungen nicht ausgeschlossen werden können, dann kommt der Computertomograph zum Einsatz. Auch bei Hirnblutungen oder Schlaganfällen sei das CT hilfreich, so der Radiologe.

Wie lange dauert so eine Untersuchung?

„Die Untersuchungszeiten liegen unter fünf Sekunden“, sagt Bernd-Christoph Ulrich, ärztlicher Leiter des Notfallzentrums im Klinikum. Damit sei das neue Gerät rund viermal schneller, als das alte, das im Klinikum zum Einsatz kommt. Eine Untersuchung des Brustkorbes soll so nur noch 1,2 Sekunden dauern. Ulrich ergänzt: „Gerade in der Notfalldiagnostik ist dies besonders wichtig, weil wir in kürzester Zeit zum Beispiel innere Verletzungen erkennen und sofort eine Behandlung einleiten können. Durch die räumliche Nähe zum Notfallzentrum sind zudem die Transportwege kürzer.“

Welche Vorteile hat das sonst noch?

Der neue CT ist ein 320-Zeilen-Gerät. Das bedeutet, bei einem Röhrenumlauf können bis zu 320 „Schichten“ gleichzeitig aufgenommen werden, was eine Verfünffachung der Leistung des bisherigen 64-Zeilen-CTs gleichkommt. „Damit können wir auf bessere Bilder in kürzerer Zeit bei der Diagnose zurückgreifen. Für die Patientinnen und Patienten ist dies auch schonender, weil zusätzlich weniger Röntgenstrahlung benötigt wird“, erklärt Dr. Kowald. Vor allem erleichtert dies auch die Untersuchungen bei Kindern, da sie jetzt nicht mehr so lange stillhalten müssen und deutlich weniger Strahlung ausgesetzt sind.

Mit diesem Gerät sollen sich auch die Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten verkürzen. Da jetzt mit dem neuen Gerät zwei CTs im Einsatz sind, wird dieser Effekt noch verstärkt. „Bisher war es so, dass, wenn wir unser CT für eine interventionelle Therapie genutzt haben, die nachfolgenden CT-‐Untersuchungen erst einmal warten mussten. Heute können wir eine solche Therapie durchführen und auf dem anderen CT zeitgleich diagnostische Untersuchungen umsetzen. Auch das verkürzt die Wartezeiten der Patientinnen und Patienten“, berichtet Dr. Kowald.

Es gibt aber noch weitere Vorteile bei dem neuen Gerät. Der Detektor des CTs ist 16 Zentimeter breit und damit viermal breiter als der bisherige. „Wir können damit in sehr kurzer Zeit große Volumen erfassen, zum Beispiel kann das Herz in einer einzigen Umdrehung gesamt abgebildet werden. Das hat zur Folge, dass bei einer solchen Untersuchung der Herzschlag nicht mehr abgesenkt werden muss, was wiederum patientenschonender ist“, führt Dr. Kowald aus.

Aber auch die Abbildung in der Nähe von metallischem Material ist mit dem Hochleistungsgerät möglich. „Jetzt können wir auch in der Nähe einer Hüftprothese oder anderen Implantaten zum Beispiel einen Bruch erkennen, was bei den älteren Geräten nicht möglich ist“, nennt der Radiologe einen weiteren Vorteil. Auch Stents im Herzen werden genau abgebildet, was für die Infarktdiagnostik von großer Bedeutung ist.

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