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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Krebs: Adlerblick in feinste Strukturen

21.09.2021

Oldenburg Ähnlich wie die Harnwege für die Nieren erfüllt die Gallenblase die Funktion, ein Abflussorgan für die gleich über ihr sitzende Leber zu sein. In dem bei erwachsenen Menschen rund vier Zentimeter breiten, bis zu zehn Zentimeter langen Organ wird in der Leber produzierte Flüssigkeit gespeichert und für den Transport in den Zwölffingerdarm weiterverarbeitet.

Die dorthin über hauchfeine Gänge abgegebene Galle spaltet die in der Nahrung enthaltenen Fette, damit sie im Darm verträglich verdaut werden können. Der Körper scheidet über die Galle zudem giftige Stoffe aus, die nicht über die Nieren entfernt werden.

Bei etwa jeder siebten Frau und jedem zwölften Mann bilden sich im Verlauf ihres Lebens Gallensteine, die meistens symptomfrei bleiben und somit keine medizinische Behandlung erfordern. Bei rund einem Viertel kommt es früher oder später zu heftigen Beschwerden und Komplikationen, zu denen auch akute oder chronische Entzündungen mit unangenehmen Symptomen gehören können. Die Entzündungen können zu schweren Folgeerkrankungen führen, zu denen in seltenen Fällen auch bösartige Tumoren der Gallenblase oder der Gallenwege zählen.

Ob es sich im Verdachtsfall tatsächlich um eine Krebserkrankung im Bereich der Galle oder der Leber handelt und wie weit diese fortgeschritten ist, lässt sich mithilfe eines neuen endoskopischen Hilfsmittels deutlich besser aufklären als mit den bislang eingesetzten Diagnoseverfahren.

Klein und biegsam

Das mit einer leistungsstarken Mini-Kamera ausgestattete medizinische Gerät ist so klein und biegsam, dass es bei einer Endoskopie oder Operation selbst in feinste Gefäßverzweigungen eingebracht werden kann. „Wir bekommen damit einfach einen besseren Überblick über die Gesamtsituation. Die Tumordiagnostik wird damit deutlich präziser“, erklärt Prof. Dr. Alexander Arlt, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin - Gastroenterologie im Klinikum Oldenburg

Der genaue Blick bis in kleinste Strukturen ermöglicht, dass bei einer Tumor-OP nicht mehr Gewebe entfernt werden muss, als für eine sichere Befreiung des betroffenen Organs von der bösartigen Geschwulst nötig ist. „Das Ganze ermöglicht einen schonenderen Eingriff und sorgt dafür, dass sich die OP-bedingten Belastungen für den Patienten verringern.“

Die seit August 2021 im Klinikum Oldenburg eingesetzten Hochleistungsendoskope eignet sich insbesondere zur Aufklärung und Behandlung von Tumoren in den Gallengängen, der Leber sowie in der Bauchspeicheldrüse. Das Gleiche gilt für Patienten, die sicher und schonend von schmerzhaften Gallensteinen befreit werden möchten.

Schritt zur Digitalisierung

Das seit gut einem Jahr etablierte medizinische Gerät ist für Prof. Arlt ein weiterer sinnvoller Schritt zur Digitalisierung endoskopischer Verfahren: „Wir können damit kleinste Verästelungen der Gallenwege sowie in der Leber klar auf dem Computerbildschirm und anderen bildgebenenden Systemen erkennen.“

Im Fall einer Operation kann der Chirurg die Tumor-erkrankten und die gesunden Strukturen noch besser unterscheiden. Bei der Entfernung des bösartigen Gewebes können die Resektionsränder exakter bestimmt werden. Mit dem Adlerblick aus der flexiblen Mini-Kamera ist mit einer größeren Wahrscheinlichkeit sichergestellt, dass alle Krebs-Strukturen erfasst und zielgenau entfernt werden können.

NWZonline.de/gesundheit
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