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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Diagnose Demenz – und jetzt? 

10.01.2019

Oldenburg Demenz: Der Moment, in dem die Diagnose feststeht, ist für viele erst einmal ein Schock. 3500 Menschen haben sie in Oldenburg bereits erhalten. Das berichtet die Demenz-Informations- und Koordinationsstelle Oldenburg, kurz Diko. „Da es aber mitunter Jahre dauert, von den Anfängen bis zur Diagnose dürfte die tatsächliche Zahl der Erkrankten noch weitaus höher liegen“, schätzt Ute Richwien-Emken von der Diko.

Gemeinsam mit Kollegin Renate Gerdes hat Richwien-Emken daher in den vergangenen sechs Monaten an einem Leitfaden gearbeitet, der Erkrankten und Angehörigen das Leben erleichtern soll.

Herausgekommen ist ein 56 Seiten starkes Heft, das Informationen zur Krankheit selbst, zu Anlaufstellen und Hilfsangeboten bietet. Dazu sind mehrere Interviews abgedruckt, in denen unter anderem eine Alltagsbegleiterin und eine Frau zu Wort kommen, die ihren Mann bereits im Alter von 69 Jahren verloren hat.

Mit 59 Jahren erkrankt

„Anfangs habe ich mir nichts dabei gedacht“, schildert Johanna Kiy in der Broschüre den Beginn der Erkrankung ihres Mannes: „doch dann häuften sich die Vorfälle.“ Ihr Mann, damals 59 Jahre und voll berufstätig, habe sich immer weiter aus dem privaten Leben zurückgezogen. „Auf einmal musste ich allein zum Kegeln und Kartenspielen gehen, mein Mann mochte plötzlich nicht mehr mit.“ Schließlich merkt der Arbeitgeber auch, dass etwas nicht stimmt. Es folgen Arztbesuche und die Diagnose.

Dieses Beispiel zeigt: Die Demenz hat viele Gesichter. „Der Moment, in dem die Diagnose kommt, ist für viele ein Schock, in dem sie erst einmal nicht mehr weiterwissen“, sagt Richwien-Emken. Und genau an diesem Punkt setzt die Broschüre an. „Wir möchten Orientierung bieten, zusammengefasst in einer Broschüre.“ Denn: Es gibt zahlreiche Angebote und Hilfestellungen in Oldenburg, doch sind sie den meisten Betroffenen unbekannt, wenn sie mit der Erkrankung in Kontakt kommen.

Heft ab Montag erhältlich

Eine Auflage von 5000 Stück konnte jetzt, auch dank der finanziellen Hilfe der Volksbank, gedruckt werden. Ab Montag werden sie unter anderem bei Ärzten, entsprechenden Einrichtungen und natürlich der Diko selbst erhältlich sein. Ein erstes Exemplar des violett-weißen Heftes konnte jetzt Oldenburgs Sozialdezernentin Dagmar Sachse entgegennehmen: „Dass die Broschüre fertig ist, sind gute Nachrichten zum Start ins neue Jahr“, lobt Sachse. „Es ist eine interessante Broschüre geworden, mit der wir eine wichtige Lücke schließen können.“

Der Wegweiser erklärt, was sich hinter dem Begriff Demenz verbirgt, stellt medizinische Einrichtungen und Fachärzte vor und enthält Hinweise auf Entlastungsangebote, Beratungsstellen, Bewegungsangebote, Wohneinrichtungen und Versorgungsmöglichkeiten sowie kulturelle Angebote. Dazu gehören zum Beispiel das Tanzcafé für Menschen mit Demenz (Start Anfang 2019) und Museumsbesuche (Sommer 2019).

In diese Richtung denkt auch Erhard Reichelt, Diko-Förderer: „Ich möchte gern ein Konzert für Menschen mit Dement arrangieren“, erklärt er. In engem Kontakt mit entsprechenden Musikern stehe er bereits, auch die Raumsuche läuft. Doch die muss den besonderen Anforderungen entsprechen. Barrierefreiheit ist ebenso ein Muss wie gute Akustik. Die Idee bringt Reichelt aus Nordrhein-Westfalen mit, wo etwa in Neuss solche Konzerte veranstaltet werden. Doch das Konzert und die weiteren kulturellen Angebote sind nicht das Einzige, was Diko auf der Agenda hat: „Mein großes Thema wird in diesem Jahr die Versorgung sein“, sagt Richwien-Emken. Denn es gibt auch in Oldenburg noch Versorgungslücken. So fehlen etwa in der Kurzzeitpflege noch Plätze.

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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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