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medizintechnik „Herzkumpel“ rettet Leben

Klaus Hilkmann

OLDENBURG - In Deutschland ist das in den USA entwickelte HeartMate II System seit einigen Jahren verfügbar. „Herzstück“ des etwa 100 000 Euro teuren medizinischen Geräts ist eine Kreislaufassistenzpumpe, die die Funktion des „menschlichen Motors“ übernehmen kann. „Der Einsatz dieses Systems kommt nur für Patienten in Frage, bei denen alle anderen Therapien und Operationen nichts mehr bringen würden. Für diese sehr schwer kranken Herzpatienten ist der Herzkumpel eine zusätzliche Chance zum Überleben“, betont Prof. Dr. Otto Dapunt, Direktor der Klinik für Herzchirurgie des Klinikums Oldenburg.

Der Oldenburger Herzchirurg führt mit seinem Team seit etwa zwei Jahren mit großem Erfolg entsprechende Operationen durch. „Die Überlebensrate für diese ansonsten akut lebensgefährdeten Patienten beträgt ein Jahr nach der Operation gut 80 Prozent“, so Prof. Dr. Dapunt. Für viele Betroffene sei der „Herzkumpel“ eine echte Alternative zu einer ansonsten unumgänglichen Organtransplantation – zumal im Akutfall häufig kein passendes Spenderherz zur Verfügung stehe. Erfahrung mit dem Einsetzen des HeartMate II Systems habe in Niedersachsen neben dem Klinikum Oldenburg bislang nur das Universitätsklinikum Hannover.

Kontrollgerät am Gürtel

Die etwa pflaumengroße Herzassistenzpumpe wird in ihrem Inneren durch eine Art Propeller angetrieben, der über einen Elektromotor in Gang gehalten wird. Die Pumpe ist mit einem Elektrokabel verbunden, das unter dem rechten Rippenbogen nach außen geführt wird und dort in ein Kontrollgerät mündet, das wie eine Handyhalterung am Gürtel getragen werden kann. Darüber kann jederzeit die für den Patienten optimale Arbeitsintensität der Pumpe eingestellt werden. Die Mobilität des Betroffenen werde durch zwei wie in einem Pistolenholster installierte Batterien sichergestellt, die den Betrieb des „Herzkumpels“ für mehrere Stunden sicherstelle. Nachts könne das Gerät an eine Stromsteckdose angeschlossen werden, so dass der Patient in Ruhe und ohne Zeitdruck schlafen könne.

Der „Herzkumpel“ wird zumeist dann eingesetzt, wenn die linke Herzkammer ihren Dienst auf Dauer versagt. Statt – wie bei einer Transplantation – das schwer geschädigte Herz durch ein Spenderorgan zu ersetzen, kann der Patient mit dem HeartMate II System mit dem eigenen Herz weiterleben. „Der Herzkumpel funktioniert wie ein Umleitungskanal, der die Blutzirkulation unter Umgehung der linken Herzkammer sicherstellt“, so Prof. Dr. Dapunt. Die Abzweigung werde mittels zweier Kanüle von der Spitze der linken Herzkammer bis zur aufsteigenden Schlagader geführt. Die Kreislaufassistenzpumpe hat eine Förderkapazität von bis zu sechs Litern Blut pro Minute, was sogar für die Versorgung sehr aktiver, kräftiger Menschen ausreiche.

Eingriff dauert drei Stunden

Die Operation für das Einsetzen des „Herzkumpels“ dauere in der Regel etwa drei Stunden und erfordere u. a. den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Zunächst müsse der Brustkorb in Höhe des Brustbeins geöffnet werden. Über den so geschaffenen Zugang würden dann zunächst eine fingerdicke Metallkanüle in die linke Herzkammer eingebracht und eine aus der Pumpe entspringende Gefäßprothese mit der aufsteigenden Schlagader verbunden. An das neu geschaffene Leitungssystem werde die Pumpe angeschlossen, die links unterhalb des Herzens sicher in den Herzbeutel eingebracht werde. „Wenn alles gut geht, kann der Patient die Klinik nach einigen Wochen wieder verlassen und mit einer Rehabilitation beginnen“, so Prof. Dr. Dapunt.

Das Leben mit dem „Herzkumpel“ erfordert besondere Verhaltensregeln. Zum Beispiel sind Vollbäder und Schwimmbadbesuche tabu. Nötig sind zudem die disziplinierte Einnahme von Medikamenten und eine regelmäßige medizinische Nachsorge. Das Klinikum Oldenburg hat für diese im Monatsrhythmus notwendige Kontrolluntersuchung sowie für die Aufklärung der Patienten vor einer Operation eine eigene Ambulanz eingerichtet. Bei dem Nachsorgetermin werden u. a. die Blutwerte gemessen sowie die Funktionsfähigkeit und Einstellung der Pumpe überprüft und ggf. neu eingestellt. Ganz wichtig sei es zudem, die Austrittsstelle des Elektrokabels genau zu überprüfen, da dies eine Schwachstelle des Systems sei.

installierte Kreislaufassistenzpumpe sorgt für eine kontinuierliche, von äußeren Reizen unabhängige Blutförderung. Da es bei so versorgten Patienten keinen natürlichen Herzschlag gebe, könne man bei ihnen keinen Puls fühlen bzw. den Blutdruck von außen nicht messen, erklärt der Oldenburger Herzchirurg Prof. Dr. Otto Dapunt.

kann die Funktion der linken Herzkammer ganz oder teilweise übernehmen. Falls sich das Herz – etwa nach einer geheilten Herzmuskelentzündung – wieder erholen sollte, kann der Körper nach und nach auch wieder von dem Gerät entwöhnt werden. Kreislaufassistenzpumpen anderer Bauart können auch außerhalb des Körpers installiert werden. Meist werden aber wegen der höheren Lebensqualität implantierbare Systeme wie das Heart Mate II bevorzugt.

führt der Einbau des „Herzkumpels“ zu einer neuen, guten Lebensperspektive. Inzwischen funktioniere das Heartmate II System so gut, dass es dauerhaft eingesetzt werden könne.

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