Oldenburg - Bei einem chronischen Tinnitus steht neben der Behandlung daraus resultierender Komorbiditäten vor allem die Verbesserung der Lebensqualität im Fokus. Für die dafür erforderliche Kompensation der Hörgeräusche ist eine umfassende Beratung des Patienten durch den HNO-Arzt entscheidend.

Oft wird das Leben mit einem Tinnitus durch das Einüben bestimmter Techniken sowie Veränderungen der Denk- und Verhaltensmuster leichter. Auch psychotherapeutische Interventionen können hilfreich sein. Das Gleiche gilt für Stressabbau, Entspannungstechniken sowie Ablenkungs- und Gewöhnungsstrategien, erklärt Prof. Dr. Andreas Radeloff: „Viele Patienten können etwa bei leiser Musik, die das Ohrgeräusch überlagert, besser einschlafen.“

Zusätzlich können viele Betroffene von einer Hörtherapie profitieren. Diese zielt darauf ab, mit gezieltem Training die Anteile des Hörempfindens zu hemmen, die Tinnitus-Patienten als unangenehm empfinden. Nicht zuletzt kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sinnvoll sein. Für Akupunktur sei keine relevante Wirkung nachgewiesen. Damit lassen sich aber mitunter Schmerzreaktionen lindern.