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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Mukoviszidose: Die Schäden in Grenzen halten

25.02.2020

Oldenburg Wer an einer Mukoviszidose erkrankt war, hatte früher oft einen langen Leidensweg hinter sich, bevor die Erkrankung sicher erkannt wurde. Oft stellten sich schon kurz nach der Geburt schwere Krankheitssymptome wie vor allem Bauchschmerzen und Durchfall ein, für die es zunächst keine Erklärung gab. „Betroffene Kinder leiden oft unter Infektionen. Die Erkrankung wirkt wie ein Einfallstor für Krankheitserreger“, betont Dr. Holger Köster, der als Leiter des zertifizierten CF-Zentrums am Klinikum Oldenburg mit seinem interdisziplinären Team über 100 Mukoviszidose-Patienten betreut.

Hauptproblem einer Mukoviszidose ist, dass ein übermäßig zäher Schleim gebildet wird. So ist zum Beispiel die oft bereits bei der Geburt mit Schleim verstopfte Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage, die aufgenommene Nahrung richtig zu verwerten. Als Folge stellen sich Verdauungsprobleme ein. Ohne eine geeignete Behandlung entwickelt sich ein Nährstoffmangel, der mit der Zeit eine Gedeihstörung und ein eingeschränktes Wachstum zur Folge hat.

Schleim bleibt kleben

Besonders schädlich sind die Auswirkungen auf die Lunge. Der Grund ist, dass die Selbstreinigungsfunktion der Atemwege durch eine Mukoviszidose vermindert wird. Eingeatmete Schadstoffe und Krankheitserreger bleiben bei gesunden Menschen wie an einem Klebeband an der vom Körper gebildeten Schleimschicht hängen, von wo aus sie über den Rachen in den Magen transportiert werden. Dort werden die Eindringlinge mittels von der Magensäure zerstört. Bei einer Mukoviszidose kann der klebrige Schleim allenfalls schlechter abgehustet werden, so dass krank machende Viren und Bakterien in den Atemwegen verbleiben, erklärt Dr. Köster: „Als Folge entsteht ein idealer Nährboden für Krankheitserreger, die Bronchien und Lunge angreifen und unumkehrbar schädigen können.“

Mukoviszidose-Betroffene leben daher mit einem erhöhten Risiko, dass sich aus einer sonst harmlos verlaufenden Infektion eine schwere Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung entwickelt. Zudem kann die auch als Cystische Fibrose bezeichnete Erkrankung für heftige Störungen des Verdauungssystems sorgen. Neben der Bauchspeicheldrüse können der Dünndarm, die Leber und die Gallenwege geschädigt werden.

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Positive Entwicklung

Dank moderner Diagnose- und Behandlungsverfahren hat sich neben der Lebensqualität auch die Lebenserwartung klar verbessert. Noch vor 30 oder 40 Jahren haben viele Erkrankte nahezu permanent mit einem hohen Leidensdruck gelebt und kaum das Kinder- und Jugendalter überstanden, so Dr. Köster: „Heute erreichen Menschen mit einer Mukoviszidose im Schnitt ein Lebensalter von 50 Jahren und mehr. Es deutet vieles darauf hin, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzen wird.“

Ein wichtiger Baustein ist hier das seit gut drei Jahren etablierte Neonatal-Screening, mit dem schon wenige Tage nach der Geburt erste Hinweise auf die Erkrankung gewonnen werden können. Das Screening ermöglicht meistens nach spätestens zwei bis drei Wochen eine gesicherte Diagnose, so das Kindern und Eltern eine lange Untersuchungsodyssee erspart bleibt.

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