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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Sicher ins Leben starten

20.11.2018

Oldenburg Eine Schwangerschaft dauert im Normalfall etwa 40 Wochen. Als Frühgeborene werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin die Kinder bezeichnet, die vor 37 vollendeten Schwangerschaftswochen geboren werden. In Deutschland kommt rund jedes elfte Neugeborene zu früh auf die Welt. Der Anteil der Hochrisiko-Frühgeborenen, die mehr als zehn bis zwölf Wochen zu früh geboren werden, liegt derzeit bei etwa 1,5 Prozent.

Bei einer sehr frühen Geburt muss man mit einem erhöhten Komplikationsrisiko für Mutter und Kind rechnen. Dessen ungeachtet können heute dank der Fortschritte der Geburts- und Neugeborenenmedizin viele sehr früh geborene Babys überleben und eine weitgehend oder sogar komplett normale Entwicklung erreichen. Die Überlebensrate von Frühgeborenen liegt im bundesweiten Durchschnitt ab der 24. Schwangerschaftswoche und einem Geburtsgewicht von 500 Gramm inzwischen deutlich über 50 Prozent. Mit jedem weiteren Tag im Mutterleib steigt die Chance fürs (Über)-leben und für eine normale Entwicklung des Kindes an. Jenseits der 27. Schwangerschaftswoche beträgt die Überlebensquote bereits über 90 Prozent.

Geschultes Personal

„In Zusammenarbeit von Geburtshelfern und Kinderärzten wird unter Abwägung aller Risiken für Mutter und Kind das medizinisch Sinnvolle getan, um einem zu früh geborenen Kind den bestmöglichen Start zu geben“, erklärt Prof. Dr. Axel Heep, Direktor der Klinik für Neonatologie, Intensivmedizin und Kinderkardiologie in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Oldenburg. Am besten versorgt sind Risikoschwangerschaften und Frühgeborene in einem Perinatalzentrum, das über speziell geschultes Personal und eine moderne technische Ausstattung verfügt, die genau auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten ausgerichtet ist.

Im Mutterleib wird das ungeborene Kind normalerweise mit allem versorgt, was für das Leben und Gedeihen erforderlich ist. Die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff erfolgt über den direkten Anschluss an den Blutkreislauf der Mutter und den in der Gebärmutter angelegten Mutterkuchen. Je früher die Geburt erfolgt, desto weniger ist das Frühgeborene darauf vorbereitet. Insbesondere die eigenständige Atmung des Babys ist unabdingbar für das Leben außerhalb des Mutterleibs. Weil die Lunge noch nicht ausreichend gereift ist, sind Frühgeborene in der Regel zunächst auf eine Atemhilfe angewiesen, bis die Lunge ihre Funktion ohne Unterstützung erfüllen kann. Auch das Immunsystem des Kindes ist noch unzureichend entwickelt. Die Haut stellt noch keine sichere Schutzbarriere gegen das Eindringen von Bakterien in den Organismus dar. Deshalb treten gehäuft Infektionen auf.

Komplikationen möglich

Die Entwicklung von zu früh geborenen Kindern hängt davon ab, in welchem Ausmaß Komplikationen wie zum Beispiel Gehirnblutungen auftreten. Bei rund einem von vier Babys, die zwischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche geboren worden sind, kommt es im weiteren Verlauf des Lebens zu bedeutsamen Entwicklungsstörungen. Ab der 30. Schwangerschaftswoche sind nur noch weniger als zehn Prozent der Frühgeborenen von Komplikationen betroffen. Zur Förderung einer möglichst ungestörten Entwicklung sowie zum Schutz vor Infektionen sollten Frühgeborene im Rahmen der medizinischen Versorgung bereits unmittelbar nach der Geburt direkten Kontakt zur Mutter haben. Neben der Versorgung in einem auch als Brutkasten bezeichneten Inkubator hat die Kängurupflege – der direkte Hautkontakt mit den Eltern – eine große Bedeutung erlangt.

„Auf einer spezialisierten Neugeborenenintensivstation können neben der Atmung auch alle anderen Organfunktionen rund um die Uhr überwacht und wenn nötig mittels einer ärztlichen Intervention sichergestellt werden“, betont Prof. Heep. Wie lange das Baby in der Frühchen-Station bleiben muss, richtet sich nach der Entwicklung der Reife, des Wachstums und der Gesundheit des Kindes.

Für eine Frühgeburtkann es zahlreiche Gründe geben. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass mehr als 75 Prozent der Frühgeburten vorher nicht absehbar sind und das verfrühte Einsetzen der Geburtswehen völlig überraschend für die meisten Frauen kommt. Dessen ungeachtet gibt es einige Risikofaktoren, die eine Frühgeburt begünstigen können.

Dazu zählen etwa Mehrlingsschwangerschaften, Infektionen und ein Diabetes mellitus. Ähnliches gilt, wenn die Schwangere unter 18 oder über 35 Jahre alt ist. Auch permanenter Stress, Rauchen oder ein sehr geringes Körpergewicht können sich negativ auf den Schwangerschaftsverlauf auswirken. Eine genetische Disposition wurde bislang nicht beschrieben.

Ein Perinatalzentrum zeichnet sich laut Deutscher Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin durch die enge Zusammenarbeit der Geburtshilfe mit der Neonatologie aus. Um die Geburt herum und bei der Betreuung danach ist dort durch die spezialisierte personelle und technische Ausstattung die bestmögliche Versorgung von Mutter und Kind möglich.

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Uniklinik | Klinikum Oldenburg

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