Oldenburg - Die Pubertät ihres Kindes ist auch für viele Eltern keine leichte Zeit. Aus einem zuvor freundlichen und ausgeglichenen Kind wird mitunter plötzlich ein launischer und ständig gereizter Jugendlicher, der sich mit einem scheinbar überzogenen und sinnlosen Verhalten demonstrativ von der restlichen Familie abgrenzt.

Eltern sollten dabei nach Angaben von Fachgesellschaften bedenken, dass entsprechende Verhaltens- und Wesensveränderungen eine normale Begleiterscheinung des Reifeprozesses sind, den Mädchen und Jungen während der Pubertät erleben. Dazu gehört neben der körperlichen Weiterentwicklung auch, dass es im Gehirn zu bestimmten Umbauprozessen kommt. In dessen Zuge fühlen sich Jugendliche oft überfordert und ungerecht behandelt, was nicht selten zu Reaktionen führt, die für die Eltern kaum verständlich sind.

Eine Standardhilfe für das Zusammenleben mit einem pubertierenden Jugendlichen gibt es nicht. „Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen und sich dann und wann daran erinnern, dass man auch selbst einmal jung war“, empfiehlt Prof. Hermann Müller. Wichtig ist, dass die Eltern ihrem Kind in der Pubertät genügend Freiraum für die Entwicklung geben. Zugleich sollten sie auch auf sie achten und ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie im Zweifelsfall als Helfer in der Not für sie da sind.