OLDENBURG - „Lymphdrüsenkrebs ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Die Erfolgsquote liegt bei einem früh erkanntem bösartigen Tumor bei über 90 Prozent.“ Prof. Dr. Frank Griesinger, Klinikdirektor der Abteilung für Internistische Onkologie im Oldenburger Pius-Hospital, behandelt regelmäßig Patienten mit Lymphomen. Die Erfolgsquote sei im Raum Oldenburg sehr gut, weil die auf Krebserkrankungen spezialisierten Fachleute im Pius-Hospital, im Klinikum Oldenburg sowie in der Onkologischen Praxis Otremba und Partner eng zusammenarbeiten würden.
Insgesamt gibt es etwa 100 unterschiedliche Lymphome, die in zwei Gruppen unterteilt werden – die Hodgkin- und die Non-Hodgkin-Lymphome. An einem auch als Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose bezeichneten Lymphdrüsenkrebs erkranken bundesweit pro Jahr etwa 2000 Betroffene. Hauptformen der Non-Hogdkin-Lymphome sind das sogenannte Aggressive B-Zellenlymphom, das Follikuläre Lymphom sowie Leukämie-Erkrankungen. Im Erkrankungsfall können die über den ganzen Körper verteilten Bestandteile des Lymphsystems betroffen sein.
Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. Man wisse bislang nur, dass die Erkrankung in der Regel durch Veränderungen bestimmter Gene ausgelöst werde, erklärt Prof. Dr. Griesinger. Möglicherweise könnten auch Umwelteinflüsse wie etwa der Kontakt mit Insektiziden oder Pestiziden eine Rolle spielen. Sicher sei, dass das Erkrankungsrisiko mit zunehmenden Alter ansteige.
Als mögliche Anzeichen nennt Griesinger neben angeschwollenen Lymphknoten und grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Nachtschweiß auch Appetitlosigkeit, eine unerklärliche Gewichtsabnahme, vermehrte Infektneigung sowie dauernde Abgeschlagenheit. Im Verdachtsfall könne man durch eine Gewebeprobe aus einem vergrößerten Lymphknoten schnell Gewissheit erlangen.
