OLDENBURG - Am häufigsten werden Bluttransfusionen bei großen Operationen etwa am Herz, an den Schlagadern oder im Bauchraum benötigt. „Auch nach einem mit hohem Blutverlust verbundenen schweren Unfall muss dem Patienten mitunter ein Mehrfaches seiner eigenen Blutmenge zugeführt werden“, berichtet Prof. Dr. Andreas Weyland, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie im Klinikum Oldenburg.
Wenn die Blutgruppe und die anderen Bluteigenschaften passen, stellt die Zufuhr von fremdem Blut in der Regel kein Problem für den Empfänger dar. Wichtig ist vielmehr zunächst, dass der Blutkreislauf in Gang gehalten und das zugeführte Blut nicht verloren geht, so dass stets ausreichend Sauerstoff zu den lebenswichtigen Organen transportiert wird.
Bei planbaren Eingriffen wird vorher genau ermittelt, welche Blutgruppe der Patient hat und welche zu verabreichenden Komponenten ebenfalls verträglich für das Blut des Empfängers sind. Bei Notfällen, bei denen es zum Erhalt des Lebens auf jede Minute ankommt, wird die Blutgruppe mitunter erst während des Eingriffs bestimmt.
Der Anästhesist kann in diesen seltenen Fällen zunächst Erythrozytenkonzentrate der variabel einsetzbaren Blutgruppe 0 Rhesus negativ verwenden. Diese roten Blutkörperchen sind in begrenzter Menge für Patienten mit einer anderen Blutgruppe verträglich.
