OLDENBURG - Mit Beginn der Pollensaison nimmt auch die Zahl von Kindern und Jugendlichen zu, die unter allergischen Reaktionen leiden. „Derzeit häuft sich vor allem die Zahl der Patienten mit einer Birkenpollen-Allergie. Die Patienten haben Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündungen oder asthmatische Beschwerden“, berichtet der Oldenburger Allergologe Christoph Höltge.
Typische Anzeichen seien u. a. starker Juckreiz, Rötungen und Schwellungen der Augen bzw. Niesreiz, eine permanent laufende Nase und Atemprobleme. Im Verdachtsfall sollte man nicht zu lange mit einem Besuch bei seinem Kinder- oder Hausarzt warten, weil sich die Probleme ansonsten verschlimmern können und während der Pollensaison meistens nicht von allein verschwinden.
Antihistaminikum als Saft
Vor der Behandlung müsse niemand Angst haben, so der Allergologe: „Wir versuchen stets als erstes, mit geeigneten Medikamenten für eine Linderung der Symptome zu sorgen.“ Gegen Heuschnupfen könne man gut wirksame Nasensprays einsetzen. Tränende Augen könne man mit speziellen Tropfen behandeln. Bei Kleinkindern könne auch ein Antihistaminikum als Saft verordnet werden. Bei einigen Patienten bringe nur eine Kombination von lokaler Therapie und der Einnahme von einem Antihistaminikum eine ausreichende Linderung.
Die bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Erfolg eingesetzte, sogenannte Hyposensibilisierung komme frühestens ab dem sechsten Lebensjahr in Frage. Bei dieser Therapie wird dem Patienten anfänglich in steigender Dosis ein Allergenauslöser zugeführt, der genau das Allergen enthält, das die jeweiligen Beschwerden verursacht, erklärt Höltge: „Wesentlicher Effekt ist, dass der Körper nach und nach tolerant gegen das eigentlich krank machende Allergen wird.“ Die Erfolgsquote sei bei der Hyposensibilisierung vergleichsweise gut. Den meisten Patienten gehe es am Ende der dreijährigen Behandlungszeit viel besser.
Verursacher gefunden
Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie sei, dass das jeweils krank machende Allergen in jedem Einzelfall genau identifiziert werde. Das könne durch eine Blutuntersuchung oder einen speziellen Hauttest, dem so genannten „Prick-Test“, erfolgen. Dieser „Prick-Test“ ist schon bei Babys und Kleinkindern möglich. Dabei werden die Allergene in Tropfenform auf die Haut gebracht und danach mit einer speziellen Nadel oberflächlich in die Haut gestochen, so das es nicht blutet.
„Bei einer allergischen Reaktion bilden sich dann schon nach wenigen Minuten rote Quaddeln auf der Haut“, so Höltge. Falls die Ergebnisse des Allergietests zu den von den Eltern geschilderten Symptomen des Kindes passen würden, sei der Verursacher für die Allergie in der Regel gefunden. Anschließend könne eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.
Abgesehen davon können die Eltern von Pollenallergikern auch selbst mit einigen Vorsorgeregeln etwas gegen die Pollenbelastung tun. Zum Beispiel sollte die Kleidung, die im Freien getragen wurde, nicht im Schlafbereich gelagert werden. Auch sollten die Haare abends gewaschen werden, da sonst die im Haar befindlichen Pollen aufs Kopfkissen geraten und im Schlaf eingeatmet werden. Wer allergisch auf Hausstaubmilben reagiere, könne die Belastung mit speziellen Matratzen und Bettüberzügen verringern.
