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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Postpartale Depression: Schlimmer als der Baby-Blues

22.12.2020

Oldenburg Eine Schwangerschaft und die Geburt können einmalig schöne Erlebnisse für die Mutter sein. Dessen ungeachtet sind die damit verbundenen Veränderungen nicht nur körperlich sehr belastend. Vor allem nach der Geburt können sich mehr oder weniger starke psychische Störungen einstellen, die eine fachgerechte psychiatrische und psychologische Hilfe erfordern, berichtet Katharina Schmidt, Oberärztin in der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie in der Karl-Jaspers-Klinik Oldenburg: „Vielen Frauen geht es im Wochenbett sehr schlecht – bis hin zu lang anhaltenden depressiven Stimmungen mit Angst- und Verzweiflungsgefühlen.“

Ähnliches gilt umso mehr für Frauen , die schon vor der Schwangerschaft unter einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung gelitten haben. Bereits bestehende seelische Probleme wie Depressionen oder Angststörungen können sich während einer Schwangerschaft verstärken. Doch auch wer im Berufs- und Alltagsleben an Erfolg gewöhnt war, kann aus der Bahn geworfen werden. „Viele Frauen fühlen sich von der neuen Situation überfordert und allein gelassen.“ Als Folge können sich verschiedene postpartale psychische Störungen entwickeln.

Hormonspiegel fällt ab

Weit verbreitet, aber harmlos ist der Baby Blues. Damit verbundene Probleme wie starke Stimmungsschwankungen, die nicht selten mit mehreren Heultagen einhergehen, machen 50 bis 70 Prozent der Frauen nach der Entbindung zu schaffen. Wesentlicher Grund ist ein durch die Placentaentfernung erzeugter, abrupter Abfall des Hormonspiegels, der in der Schwangerschaft bis um das Zweihundertfache des Normalwerts erhöht ist. Da sich der Organismus nach und nach auf diese Veränderung einstellt, erfordert der Baby Blues in der Regel keine psychologische Behandlung und verschwindet nach einigen Tagen von selbst.

Anders ist das mit der postpartalen Depression, mit der zehn bis 15 Prozent der entbundenen Frauen rechnen müssen. Bei dieser nach einer Entbindung mit Abstand am häufigsten diagnostizierten psychischen Störung ist fast immer eine ambulante Behandlung sehr gut wirksam. Dazu gehört neben einer psychiatrischen und mitunter auch psychotherapeutischen Betreuung zumeist eine individuell dosierte medikamentöse Therapie mit ärztlich verordneten Antidepressiva.

Die Beschwerden und der Verlauf einer postpartalen Depression können sehr unterschiedlich sein. Die Medizin unterscheidet im Wesentlichen den vor allem von Schuldgefühlen und einer unzureichenden Mutter-Kind-Bindung gekennzeichneten Insuffizienztyp, den von Angstattacken, Schlafstörungen und Unruhe gepeinigten Paniktyp sowie den Zwangstyp, bei dem die Frauen oft Zwangsgedanken empfinden.

Negative Gedanken

„Das können neben einer übergroßen Furcht um das Wohlergehen des Babys auch negative Gedanken sein, die auf das Kind bezogen sind“, betont Katharina Schmidt. Diese werden zwar nicht realisiert, belasten die Psyche der Frau trotzdem stark – etwa als tiefsitzendes Schamgefühl.

Da nicht wenige Frauen ein psychisches Problem als unvermeidliches Übel hinnehmen, leben viele mit einem hohen Leidensdruck, der mitunter auch langfristig negative Auswirkungen hat – etwa auf die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung. Mit der Inanspruchnahme qualifizierter Hilfsangebote muss es nicht so weit kommen.

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