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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Prävention: Herzgesundheit beginnt im Kopf

01.10.2022

Oldenburg Eben noch lief der Fußballer gut gelaunt über den Platz, dann bricht er urplötzlich bewusstlos zusammen. Diese Nachricht hat man leider schon häufiger gehört. Plötzlicher Herztod lautet dann oft die Diagnose – der vielleicht sogar vermeidbar gewesen wäre. „Laut Definition handelt es sich um eine plötzliche Pulslosigkeit ohne erkennbare nicht-kardiale Ursache“, sagt Dr. Stephan Böhmen, Chefarzt der Kardiologie am Rehazentrum Oldenburg. „Im Zusammenhang mit Sport bedeutet dies: während oder eine Stunde danach.“ Was der Sportmediziner am deutschen System kritisiert: „Anders als in anderen Ländern sind bei uns für die meisten Leistungssportler keine sportkardiologischen Untersuchungen angedacht beziehungsweise vorgeschrieben. Möchte ein Deutscher aber an einem Marathon in Italien oder Frankreich teilnehmen, so benötigt er hierfür die Bescheinigung eines Sportmediziners. Auch wir stellen diese Bescheinigungen aus.“ Glücklicherweise würden sich aber immer mehr Menschen, auch Profisportler, freiwillig einem Check-up von Herz und Kreislauf unterziehen. Auch die EWE Baskets und die Bundesliga Handballerinnen des VFL werden regelmäßig sportmedizinisch untersucht. Die häufigste Ursache eines Herzstillstands bei Menschen über 35: eine koronare Herzerkrankung, von denen die Betroffenen nichts wussten. Sie hatten also bereits Durchblutungsstörungen und somit einen Herzinfarkt erlitten, nachdem die Gefäße vollständig verstopft waren.

Studie aus Frankreich

Gerade in diesem Jahr ist eine größere Untersuchung von 2005 bis 2018 im Raum Paris zum plötzlichen Herzstillstand bei Sportlern abgeschlossen worden. Die Erkenntnisse daraus lassen tief blicken. So erlitten diesen fünf Prozent im Leistungssport und 95 Prozent im Freizeitsport. Zur Häufigkeit insgesamt: Auf eine Million Einwohner im Jahr kommen sechs bis sieben Fälle eines „Plötzlichen Herztodes“ bei Sportlern. 2005 hatten 24 Prozent der betroffenen Sportler überlebt, 2018 waren es bereits fast 70 Prozent. „Das liegt in erster Linie daran, dass Mitspieler und Trainer zunehmend geschult sind und Erste Hilfe und Reanimationsarbeit geleistet haben“, sagt Dr. Böhmen und ist sehr zufrieden über den verstärkten Einsatz auch bei uns in Deutschland. Hinzukommt die gehäufte Nutzung von Defibrillatoren in Sportstätten. War dies zu Beginn der Langzeitstudie nur bei etwa zwei Prozent der Betroffenen der Fall, konnte man dies am Ende bei circa 30 Prozent feststellen.

Beherzt pumpen

„Die plötzlichen Todesfälle haben insbesondere unter Sportlern verstärkt Aufmerksamkeit erregt, so dass speziell die Trainer und das ganze Team bei uns inzwischen besser ausgebildet sind. Sie schauen eben nicht mehr nur betreten zu, sondern werden aktiv und pumpen beherzt drauflos.“ Auch seien im Vereinssport zunehmend Defibrillatoren in den Hallen vorhanden. „Die Chancen zu überleben sind dadurch drastisch gestiegen. Im normalen Leben haben wir diese Entwicklung leider noch nicht“, gibt Dr. Böhmen zu bedenken. „Zwar gibt es meist Defibrillatoren an Orten, wo viele Menschen zusammenkommen, beispielsweise auf Bahnhöfen, in Banken oder Behörden. Wichtiger ist aber die sofortige Reanimation und Alarmierung des Rettungsdienstes.“

Risikofaktor Rauchen

Ein häufiger Grund für die koronare Herzerkrankung und einen folgenden plötzlichen Herzstillstand: das Rauchen. „Die Tendenz ist wieder steigend. Griffen vor der Pandemie etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zur Zigarette, sind es inzwischen ungefähr 30 Prozent. Von den jüngeren Menschen, die bis zu einem Alter von 50 Jahren einen Herzinfarkt erlitten haben, waren neun von zehn der Betroffenen Raucher. Zynisch gesagt: Hier kann man das Produktversprechen ,Ich bring dich um‘, das sich auf jeder Packung befindet, beim Wort nehmen“, so Dr. Böhmen. „Kommen noch ungünstige Blutfettwerte oder Diabetes dazu, dann sind die Warnsignale eigentlich schon ziemlich deutlich an die Wand geschrieben.“ Auch würden vorher bereits viele spätere Herzpatienten bemerken, dass ihnen immer mehr die Luft fehlt, zunächst bei Belastung, später auch in immer ruhigeren Momenten. Schon frühzeitig lässt sich gegensteuern: „Durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, hochwertigen Ölen und nur wenigen tierischen Produkten, dazu regelmäßige Bewegung.“

Regelmäßiger Check

Insbesondere die Blutfettwerte und der Blutzucker sollten regelmäßig vom Hausarzt überprüft werden. Sie können Aufschluss darüber geben, inwieweit die Gefäße anfällig sind für Ablagerungen. Auch sollte man Familienangehörige im Blick haben, ob sie bereits von Herzkrankheiten betroffen waren oder sind. Hierüber mit dem Hausarzt zu sprechen, kann in der Risikoanalyse ebenfalls sehr hilfreich sein.

NWZonline.de/gesundheit
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