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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Schmerzen und Funktionsdefizite

11.09.2018

Oldenburg Dauernde Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und die Neigung, die betroffene Schulter so gut es geht zu schonen: Die Symptome sind bei einer Erkrankung oder Verletzung der Schulter auf den ersten Blick oft ähnlich. Dennoch ist die Bandbreite möglicher Auslöser sehr groß. Die Medizin unterscheidet dabei zwischen zwei großen Gruppen: Neben einer sekundären Schultersteife, die sich in verschiedenen Formen meistens als Folge anderer Erkrankungen einstellt, gibt es die medizinisch auch als frozen shoulder bezeichnete primäre Schultersteife, bei der es sich um eine eigenständige Erkrankung handelt.

Zur Aufklärung eines Schulterproblems reicht häufig eine Untersuchung beim Hausarzt oder Orthopäden aus. Wichtige Hinweise bringe in vielen Fällen bereits eine Anamnese mit einem präzisen Bericht des Patienten über den Beginn und Verlauf der Beschwerden, berichtet Dr. Marcus Beuchel, Leiter des Schulterzentrums im Pius-Hospital Oldenburg: „Wenn die Beschwerden etwa nach einem Umzug oder körperlich fordernden Renovierungsarbeiten aufgetreten sind, kann man mit großer Sicherheit von einer Überlastungsreaktion ausgehen.“ Oft verschwinden die Probleme nach einiger Zeit von selbst, ohne dass eine längere ärztliche Behandlung nötig ist.

Probleme beim Tragen

Wenn die Schmerzen und Funktionseinschränkungen in der Schulter andere Ursachen haben, kann das ganz anders sein. Neben starken Akut-Beschwerden ist dann auch ein chronischer Verlauf möglich, der sehr negative Auswirkungen auf den Lebensalltag in der Freizeit und im Beruf haben kann. Vor allem Überkopfbewegungen sowie das Heben und Tragen von Gegenständen werden dann oft schwierig bis unmöglich.

Schulterprobleme können beispielsweise in Folge einer Verletzung sehr plötzlich entstehen oder sich etwa als Begleiterscheinung einer Arthrose oder von Verschleißerscheinungen über einen längeren Zeitraum aufbauen.

Insbesondere bei einem schleichenden Verlauf leben viele Betroffene für lange Zeit mit Schmerzen und einer verminderten Beweglichkeit, bevor sie Hilfe bei einem Arzt suchen. Gerade in diesen Fällen ist es häufig schwierig und zeitaufwendig, eine vollständige schmerzfreie Funktionsfähigkeit des Schultergelenks wiederherzustellen.

Bei Behandlungen von Erkrankungen und Verletzungen der Schulter ist neben dem Arzt zumindest mittel- und langfristig stets auch die Physiotherapie entscheidend für den Erfolg. Ein Grund ist, dass die Schulter ein kraftschlüssiges Gelenk ist, dessen Funktion von einem guten Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Strukturen abhängt. An der Beweglichkeit der Schulter tragen neben den knöchernen Bestandteilen auch die Muskeln, Bänder, Sehnen und Kapseln bei.

Krankheits- oder verletzungsbedingte Probleme im Bereich des Halte- und Bewegungsapparats könnten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen, erklärt Dr. Beuchel: „Basierend auf einer ärztlichen Diagnose muss der Patient zielgerichtete Übungen unter qualifizierter physiotherapeutischer Anleitung absolvieren, um eine möglichst schmerzfreie Beweglichkeit wiederherstellen zu können.“

Oft jahrelang Schmerzen

Die besonders bei Frauen und Männern zwischen 40 und 55 Jahren auftretende primäre Schultersteife macht sich zunächst vor allem durch Schmerzen bei Bewegungen und Belastungen der Schulter bemerkbar, die besonders nachts unangenehm sind. Die mitunter jahrelang anhaltenden Schulterbeschwerden können ohne eine ärztliche Therapie von selbst vorübergehen, sollten bei einem starken Leidensdruck aber behandelt werden.

Nach einer Ausheilung ohne ärztliche Intervention bleiben oft Restdefizite zurück. Wie stark die dann bleibenden Bewegungseinschränkungen der Schulter sind, ist individuell unterschiedlich und lässt sich nicht voraussagen. Auch die Auslöser der Erkrankung sind noch weitgehend unbekannt. Aus medizinischer Sicht ist nur sicher, dass die primäre Schultersteife in vielen Fällen durch Stoffwechselerkrankungen wie einem Diabetes oder Funktionsstörungen der Schilddrüse begünstigt wird.

Die primäre Schultersteifebeginnt in der sogenannten Gefrierphase mit einer schmerzhaften Entzündung der Gelenkschleimhaut und der Schulterkapsel. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es entzündungsbedingt zu einer mehr oder weniger starken Kapselverdickung, die letztlich in einer Schrumpfung der Schulterkapsel mündet. Im schlimmsten Fall führe das nach einiger Zeit zur Bewegungsunfähigkeit des Gelenks, betont Dr. Marcus Beuchel: „In einem fortgeschrittenen Stadium gehen die zunächst oft sehr heftigen Schmerzen zurück. Gleichzeitig verschlechtert sich die Beweglichkeit immer mehr, und das Gelenk wird steif.“

Die Entzündung der Schleimhaut und der Kapsel des Gelenks bewirkt letztlich, dass die Beweglichkeit im Schultergelenk und die Gleitfähigkeit des Schulterblatts verloren gehen. Die Schulter wirkt dann wie eingefroren – die sogenannte frozen shoulder. Bei einer ärztlichen Behandlung ist als Erstes immer eine klärende Diagnostik erforderlich, um andere Ursachen ausschließen zu können.

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