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Reha Nach Kreuzbandriss Rüstzeug für Alltagseinsatz

Klaus Hilkmann

Oldenburg - Das vordere und das hintere Kreuzband sorgen im Knie zusammen mit den Menisken, den Seitenbändern und der umgebenden Muskulatur zugleich für Beweglichkeit und Stabilität. Die gekreuzt durch das Gelenk verlaufenden, etwa bleistiftdicken Kreuzbänder sind bei körperlichen Aktivitäten nahezu permanent großen Belastungen ausgesetzt. Sie stellen eine sichere Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbeinkopf her und gehören zu den kräftigsten Bandstrukturen des Körpers.

„Die Kreuzbänder verhindern, dass es zu unkontrollierten Schub-Bewegungen kommt“, erklärt Dr. Bernd Möhring, Chefarzt der Orthopädie im Reha-Zentrum Oldenburg. Ohne funktionsfähige Kreuzbänder besteht die Gefahr, dass das Knie mitten in der Bewegung unkontrolliert wegknickt.

Von einem Riss ist meistens das vordere Kreuzband betroffen. Typische Ursache ist, wenn das Kniegelenk während einer schnellen Bewegung einer unvorhergesehenen Richtungsänderung ausgesetzt wird. Die Verletzung entsteht oftmals beim Sport – etwa, wenn man beim Fußball mit dem Stollen im Rasen hängenbleibt.

Der Kreuzbandriss macht sich zumeist mit akuten starken Schmerzen und einem Gefühl der Instabilität beim Auftreten bemerkbar. Häufig schwillt das Knie binnen kurzer Zeit stark an. Das betroffene Bein ist nur noch sehr eingeschränkt funktionsfähig.

Schmerzen beseitigen

Ein gerissenes Kreuzband kann sich nicht regenerieren und hat seine Funktion für immer verloren. Bei der Behandlung kommt es vor allem darauf an, die Schmerzen und die Instabilität im Kniegelenk zu beseitigen. Für normale Alltagsbewegungen kann dafür eine konservative Therapie geeignet sein, bei der die umgebenden Muskelstrukturen so weit gestärkt werden, dass sie die Aufgaben des geschädigten Kreuzbands übernehmen. Vor allem jüngeren, sportlich ambitionierten Menschen reicht das oft nicht aus, erklärt Dr. Möhring: „Heute entscheiden sich immer mehr Patienten für eine Operation, bei der das Kreuzband durch die Implantation eines körpereigenen Sehnentransplantats ersetzt wird.“

Im Anschluss an eine entsprechende OP wird das Knie zunächst mittels einer Orthese stabilisiert, die das operierte Gelenk vor zu weitreichenden Bewegungen schützt. Die Reha kann in der Regel nach vier bis sechs Wochen beginnen. „Unser Ziel ist stets, das Knie wieder an Bewegungen zu gewöhnen und letztlich eine volle Belastbarkeit des Gelenks zu erzielen“, betont Dr. Möhring. Bis es soweit ist, sei weit über die Reha hinaus viel Geduld und Disziplin nötig. Im Anschluss an die zumeist ambulante dreiwöchige Reha könne man mit dem Kniegelenk wieder körperlich wenig belastende Alltagstätigkeiten wahrnehmen.

Nicht zu früh belasten

Eine intensive Belastung des Kniegelenks ist bei einem Kreuzbandriss frühestens einige Monate nach dem Akut-Vorfall möglich. Wer das Gelenk zu früh zu stark belastet, lebt mit einem erhöhten Risiko für einen erneuten Riss. Vor allem bei Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball dauert es in der Regel mindestens neun Monate, bis das operierte Knie unter Wettkampfbedingungen eingesetzt werden kann.

Die Therapie im Reha-Zentrum Oldenburg beginnt für Kreuzband-Patienten mit einer ärztlichen Eingangsuntersuchung. Ausgehend vom Ist-Zustand wird ein multimodaler Therapieplan entwickelt, der regelmäßig vom Arzt überprüft wird. In seltenen Fällen zeigt sich während der Reha, dass die Ersatz-OP wiederholt werden muss, weil das eingesetzte Gelenk dem Knie nicht die benötigte Stabilität gibt. Beim Großteil der Patienten verläuft die Reha planmäßig, berichtet Möhring: Sie sind dann in der Lage, das Knie im Alltag normal zu belasten und es mit den in der Reha erlernten Übungen weiter zu stärken.“

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