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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Einen Sehverlust verhindern

10.12.2019

Oldenburg Die Blickachsen der beiden Augen sind normalerweise parallel und geradeaus ausgerichtet, sodass sie in gleicher Weise am Sehen beteiligt sind. Bei einem medizinisch als Strabismus bezeichneten Schielen ist die Zusammenarbeit der beiden Augen gestört. Das Problem ist weit mehr als ein optischer Mangel. Ohne eine umgehende augenärztliche Behandlung kann die Fehlstellung eines der beiden Augen zu einer erheblichen Minderung der Sehleistung führen. Ein erkennbares Schielen kann ab dem dritten Lebensmonat oder im späteren Verlauf der frühen Kindheit auftreten. Aktuelle Daten belegen, dass in Deutschland vier Prozent der Kinder betroffen sind.

Abgesehen davon, dass sich eine Fehlstellung eines oder beider Augen in sehr unterschiedlichen Formen und Ausprägungen entwickeln kann, wird in der Augenheilkunde im wesentlichen unter einem Einwärtsschielen und Auswärtsschielen unterschieden. Beim Auswärtsschielen weist die Blickachse des schielenden Auges nach außen, während die Fehlstellung der Augen beim Einwärtsschielen dafür sorgt, dass sich die Blickachsen kreuzen, was sich bei älteren Betroffenen vor allem mit der Wahrnehmung von Doppelbildern bemerkbar macht.

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Lernprozess fürs Auge

Da beim Einwärtsschielen nur eines der beiden Augen aktiv am Sehen teilnimmt, kommuniziert nur dieses Auge mit dem Gehirn und entwickelt im Zuge des damit verbundenen Lernprozesses eine normale Sehleistung. Die Funktionsfähigkeit des anderen Auges lässt dagegen ähnlich wie ein untrainierter Armmuskel immer weiter nach – bis hin zu einem nahezu kompletten Sehkraftverlust.

Um einen bleibenden Sehschaden zu vermeiden, müssen die Ursachen einer im Kindesalter zum Schielen führenden Fehlstellung der Augen möglichst früh erkannt und augenärztlich behandelt werden, erklärt Dr. Thomas Lischka, Oberarzt und Leiter des Bereichs Strabologie und Kinderophtalmologie in der Universitätsklinik für Augenheilkunde des Pius-Hospitals Oldenburg: „Die Chance auf einen erfolgreichen Therapieverlauf ist bei bis zu dreijährigen Kleinkindern am größten und lässt danach mit jedem ungenutzt vergangenen Monat nach.“ Der Grund ist, dass das visuelle System – also das Sehen – in der Regel bis zum achten Lebensjahr ausgereift und ab dann nicht mehr lernfähig ist.

Die Diagnostik beim Augenarzt basiert vor allem auf einer orthoptischen Untersuchung Zudem wird die Stellung, Beweglichkeit und Sehschärfe der Augen beurteilt. Die Schiel-Diagnose allein reicht nicht aus. Für die Therapieplanung ist entscheidend, die Ursache für die Fehlstellung herauszufinden.

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Familiäre Disposition

Zu den Risikofaktoren bei Säuglingen zählt neben einer familiären Disposition und Gendefekten eine Frühgeburt sowie Geburtsfehler der Augen. Ab dem sechsten Lebensmonat entsteht ein Strabismus oft durch eine Übersichtigkeit, ein ungleichmäßiges Anspannen der Augenmuskeln oder wenn auf einem Auge aus anderen Gründen eine starke Sehschwäche vorliegt.

Die Behandlung hängt von der Art und Ursache des Schielens ab. Ziel ist, zunächst die Sehleistung anzugleichen und die Augen synchron zu stellen. Die Kinder müssen dafür eine genau zu ihrem Sehfehler passende Brille tragen, bei der das besser sehende Auge so lange mit einem Okklusionspflaster abgeklebt wird, bis das andere Auge im besten Fall über eine ähnliche Sehleistung verfügt.

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