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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Brennen und saures Aufstoßen

20.08.2019

Oldenburg Die bei Erwachsenen zwischen 23 und 27 Zentimeter lange Speiseröhre ist ein zwischen der Luftröhre und der Aorta liegender Muskelschlauch, der die Verbindung vom Rachen zum Magen herstellt. Während sich der obere Teil etwa bei der Einleitung eines Schluckvorgangs aktiv bewegen lässt, ist der untere Teil der Speiseröhrenmuskulatur nicht willkürlich steuerbar und nimmt seine Aufgaben im Rahmen der Nahrungsverwertung automatisch wahr.

Die Speiseröhre ist ähnlich wie ein Fahrradschlauch flexibel dehnbar, sodass sie auch größere Bissen und Trinkmengen in den Magen transportieren kann. Das Innere ist von einer Schleimhaut ausgekleidet, die den aufgenommenen Speisebrei befeuchtet, der dann leichter durch den Muskelschlauch gleiten kann. Im Normalfall sorgen verschiedene Mechanismen für einen sicheren Abschluss zwischen dem Speiseröhrenende am Mageneingang und verhindern somit, dass es zu einem medizinisch als Reflux bezeichneten Rückfluss von Magensäure kommt.

Häufigster Grund für eine Entzündung der Speiseröhre und entsprechende Schluckbeschwerden ist die Reflux-Krankheit, die infolge der Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut durch zurückgeflossene Magensäure entsteht. Ursache kann unter anderem ein unvollständiger Verschluss des Mageneingangs sowie ein erweiterter Zwerchfelldurchgang sein.

Schmerz beim Schlucken

Daraus folgende Beschwerden können saures Aufstoßen, ein säuerlicher Geschmack im Mund sowie Schmerzen hinter dem Brustbein, in der Magengegend und beim Schlucken sein. Entsprechende Symptome stellen sich mitunter nur anlassbezogen ein und verschwinden nach der Verdauung der verzehrten Speisen und Getränke wieder.

Falls die Beschwerden häufiger auftreten, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden, erklärt Dr. Jens Kühne, Leitender Arzt der Abteilung für Gastroenterologie in der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie im Pius-Hospital Oldenburg: „Eine permanente Speiseröhrenentzündung verursacht nicht nur hohen Leidensdruck. Ohne qualifizierte medizinische Gegenmaßnahmen leben Betroffene auch mit einem erhöhten Krebsrisiko.“

Wenn – in der Regel vom Hausarzt und/oder einem niedergelassenen Gastroenterologen – sicher ist, dass die Entzündung der Speiseröhre durch eine Reflux-Erkrankung ausgelöst wurde, reicht zumeist eine medikamentöse Behandlung mit Magensäure-Hemmern aus.

Überweisung in die Klinik

Bei einer fortgeschrittenen chronischen Entzündung oder dem Nachweis einer bösartigen Veränderung sollte die Überweisung in eine spezialisierte Klinik erfolgen, betont Dr. Kühne: „Dort stehen die technischen Geräte und das interdisziplinäre medizinische Know-how für eine optimale Diagnostik und Behandlung zur Verfügung.“ Für die Diagnose sind nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung meistens eine Computertomografie des Brust- und Bauchraums und eine spezielle endoskopische Ultraschalluntersuchung der Speiseröhre nötig. Entscheidend für einen Krebs-Nachweis ist zudem eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen, bei der auch Gewebepartikel entnommen werden können. Der kurze endoskopische Eingriff ermöglicht eine präzise Darstellung der Veränderungen auf dem PC-Bildschirm. Außerdem können bei diesem Eingriff mitunter kleine, auf die Oberfläche der Speiseröhrenschleimhaut beschränkte Tumoren entfernt werden.

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