Oldenburg - Ein nicht mehr mit dem gewohnten Opiat versorgter Patient leidet unter einem extrem hohen Suchtdruck, der von schweren körperlichen Entzugserscheinungen begleitet wird. Bei einem Opiatentzug wird zunächst ein Opiat gegeben, um die Entzugssymptome abzufangen. Anschließend ist gemeinsam mit dem Betroffenen zu erarbeiten, ob ein Entzug möglich und sinnvoll ist, oder ob eine Opiatsubstitution erfolgen soll. Diese erfordert einen Therapievertrag mit einem Substitutionsarzt. Erst wenn dieser vereinbart worden ist, kann mit der auf Dauer angelegten Einstellung mit einem Opiat – der Substitutionstherapie – begonnen werden.

Anders als beim Alkohol ist ein drogenfreies Leben bei einer langjährigen Opiatabhängigkeit kaum möglich. Der Grund ist, dass sich bestimmte Rezeptoren im Gehirn nach etwa zwei Jahren so stark verändert haben, dass sie für immer auf die Zufuhr betäubender Stoffe konditioniert sind.

Für Abhängige mit einer längeren Drogenkarriere gebe es drei realistische Perspektiven. Entweder sie versterben an den Folgen des Drogenkonsums oder sie steigen auf andere Drogen wie Alkohol um, betont Dr. Ulrike Matthiensen: „Die beste Möglichkeit ist, dass der Patient substituiert wird.“ Dabei werde er täglich mit einem Opiat wie Methadon versorgt, das den Suchtdruck nimmt und somit andere Drogen unnötig macht.