OLDENBURG - Bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen haben sich oft schon über einen langen Zeitraum schwere Verhaltensstörungen verfestigt. Die dann nötige traumaspezifische Therapie kann man in vier Phasen unterteilen.

Zu Beginn ist neben einer eingehenden körperlichen Untersuchung entscheidend, dass sich die jungen Patienten sicher fühlen und nach und nach Vertrauen zu ihren Therapeuten gewinnen können, berichtet Dr. Agneta Paul: „Für junge Opfer von Gewalt ist es ganz wichtig, dass sie sich ernst genommen fühlen, und sie wissen, dass ihnen nichts mehr passieren kann.“

Erst danach kann die Stabilisierungsphase folgen, in der Trauma-Symptome wie Angst, Schlafstörungen oder Aggressionen aufgearbeitet werden. Anschließend kann man beginnen, die Kinder und Jugendlichen behutsam mit ihren Erlebnissen zu konfrontieren. „Vor allem müssen die Kinder für sich erkennen und verinnerlichen, dass Gewalt nichts mit einem normalen Alltag zu tun hat“, so Dr. Agneta Paul.

Zum Abschluss der Therapie erfolgt die sogenannte Phase der Reintegration. Dabei lernen die Betroffenen, so mit ihren traumatischen Erlebnissen umzugehen, dass die krankmachenden Symptome verschwinden. Ohne eine fachgerechte Behandlung können in jungen Jahren entstandene Traumata später zu schweren psychischen Folgenerkrankungen führen.