Oldenburg - Ein Tinnitus zählt in Deutschland zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen. Die Deutsche Tinnitus-Liga geht davon aus, dass bis zu vier Millionen Frauen und Männer permanent und dauerhaft mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Ohrgeräuschen leben. Oft handelt es sich um eine leichte Form, die als wenig belastend empfunden wird. Für viele Betroffene ist das dauernde Pfeifen, Rauschen oder Brummen aber eine unerträgliche Belastung, die auch andere körperliche und psychische Erkrankungen auslösen kann.

Tinnitus-Patienten fühlen sich oft unverstanden und mit ihrem Problem allein gelassen. Häufig kann ihnen der HNO-Arzt nicht helfen. Wenn sich ein Tinnitus nur subjektiv bemerkbar macht, fehlt es oft auch in der Familie und Arbeitsplatz an Verständnis.

Ein chronischer Tinnitus kann sich schon in jüngeren Jahren in jedem Lebensalter entwickeln. Meistens tritt er erstmals im Alter zwischen 40 und 50 Jahre auf. Nach Angaben des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte korrespondiert Tinnitus oft mit beginnenden Hörproblemen. Demnach ist der Anteil bei hochgradig schwerhörigen oder gehörlosen Menschen besonders hoch.

Ein chronischer Tinnitus ist weder medikamentös noch durch chirurgische Maßnahmen heilbar. Einmal aufgetretene Ohrgeräusche bleiben ein lebenslanger Begleiter des Betroffenen. Dessen ungeachtet gibt es inzwischen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben mit der Erkrankung erleichtern und zu mehr Lebensqualität verhelfen können. Wichtig ist dafür zunächst eine umfassende Abklärung der Symptome und eine darauf basierende Aufklärung des Patienten.

Ziel ist, dass die Ohrgeräusche im Alltagsleben nicht mehr als dominant und unangenehm empfunden werden. Was man dafür tun kann, ist in jedem Einzelfall anders. Zum besseren Einschlafen könne eine angenehme Geräuschkulisse etwa mit Mozart-Klängen beitragen, die das Tinnitusgeräusch überlagern.