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Psychoonkologie Wenn Körper und Seele leiden

Klaus Hilkmann
Die Psychoonkologin Brigitte Anders und ihre Teammitglieder bieten Krebspatienten ihre Hilfe bei der Bewältigung von Sorgen und Ängsten an.

Die Psychoonkologin Brigitte Anders und ihre Teammitglieder bieten Krebspatienten ihre Hilfe bei der Bewältigung von Sorgen und Ängsten an.

Klinikum Oldenburg

Oldenburg - Eine Krebsdiagnose trifft viele Betroffene wie ein Blitz aus heiterem Himmel und greift neben dem Körper auch die Seele an. Zuvor unbeschwert lebende Menschen reagieren oft mit großer Verunsicherung und Verzweiflung, weil sie nicht wissen, wie sie die Erkrankung überstehen und was während der Krebstherapie auf sie zukommt. Dazukommen häufig soziale und wirtschaftliche Ängste – insbesondere dann, wenn der Erkrankte als aktiver Elternteil oder pflegender Angehöriger für unbestimmte Zeit ausfällt.

Für die engen Angehörigen ist die seelische Belastung zumeist ähnlich hoch. Zur Sorge um den geliebten Menschen kommt häufig hinzu, dass plötzlich und unerwartet Alltagsaufgaben des erkrankten Lebenspartners übernommen werden müssen.

Im Zuge der Belastung können sich in rund 30 Prozent der Fälle psychische Probleme entwickeln. Besonders oft treten Angst- und Anpassungsstörungen, Depressionen sowie Störungen durch psychotrope Substanzen auf, die eine psychotherapeutische Behandlung erfordern. Ohne qualifizierte Hilfe wird daraus nicht selten eine eigenständige schwerwiegende Erkrankung. Fachgesellschaften gehen davon aus, dass nach einer Krebsdiagnose rund ein Drittel der Patienten psychologische Betreuungsangebote in Anspruch nehmen. Ähnlich hoch ist der Bedarf bei zutiefst mitleidenden Angehörigen.

Zur Seite stehen

Die Psychoonkologie zielt darauf ab, Krebspatienten dabei zu helfen, nach der Diagnose besser mit der Erkrankung umgehen zu können. „Wir besuchen die Patienten zeitnah auf ihrer Station und bieten ihnen und den Angehörigen unsere Hilfe an. Wenn gewünscht, stehen wir ihnen während des gesamten Behandlungsverlaufs als Ansprechpartner zur Seite“, berichtet die Psychoonkologin Brigitte Anders, Leiterin des Psychoonkologischen Dienstes im Klinikum Oldenburg.

Das ganzheitliche Therapiekonzept sichert, dass der Psychoonkologische Dienst fest in allen Abteilungen integriert ist. Dazu gehören die Zentren für Hämatologische Neoplasien, das Kopf-/Halszentrum, das Hauttumor und das Brustzentrum sowie das viszeralonkologische und das uroonkologische Zentrum.

Die Team-Mitglieder nehmen unter anderen an den Tumorkonferenzen und an interdisziplinären Besprechungen teil. Sie sind somit von Anfang an über die Diagnose informiert. Dank der engen fachübergreifenden Zusammenarbeit mit den an der Therapie beteiligten Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften weiß der Psychoonkologische Dienst stets, um welche Krebsart es sich handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Auf dieser gesicherten Grundlage kann gemeinsam mit dem Patienten abgeklärt werden, ob und welche Unterstützung nötig ist.

Lebensqualität bessern

„Hauptziel der Psychoonkologie ist immer, die Lebensqualität des Patienten so gut es geht zu verbessern“, betont Brigitte Anders: „Weil jeder Mensch verschieden ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat, bieten wir patientenzentriert individuelle Behandlungen an.“

Die je nach Wunsch und Bedarf ausgewählten Angebote reichen von therapeutisch begleiteten Entspannungstechniken und Imaginationsübungen bis zu Gesprächen zur besseren Bewältigung von Sorgen und Ängsten. Gerade dabei sind neben Mitarbeitern des Psychoonkologischen Dienstes oft auch andere Berufsgruppen wie zum Beispiel Fachleute aus dem Sozialdienst gefordert.

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