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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Kolumne: Die Medizin und das Klima

20.08.2022

Oldenburg Viele denken bei diesem Thema selbstverständlich an die Probleme und daran, wie insbesondere Ältere mit der großen Hitze und dem Klimawandel ohne gesundheitliche Probleme umgehen können. In den letzten Wochen hat es an Ratschlägen nicht gefehlt.

Das Thema hat aber doch einen weiteren Aspekt, der uns nicht so bekannt ist. Die Debatte wurde durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft mit großer Nachdrücklichkeit in die Öffentlichkeit und in die politische Diskussion gebracht. Diese konstatiert einen desaströsen Umgang mit Nahrungsmitteln. Man ist der Ansicht, dass wer gesund isst, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz liefert. Zwei Drittel der Männer, etwa die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Minderjährigen sind übergewichtig.

Der zu hohe Konsum von gesättigten Fetten, Salz und Zucker sowie tierischen Nahrungsmitteln hätten Auswirkungen, die nicht nur Folgekosten von etwa 16,8 Milliarden Euro verursachen, sondern auch die Balance des Klimas betreffen. 35 Prozent der globalen Emissionen von Treibhausgasen entstehen durch die Nahrungsmittelproduktion. Etwa 57 Prozent stammen aus der Fleischproduktion.

Man rechnet damit, dass bis 2050 durch die Erzeugung von Reis und Rindfleisch die Emissionen noch einmal um 70 Prozent steigen werden. Der Schaden für das Klima ist nicht nur ein globales Problem, sondern es betrifft das Gesundheitssystem in besonderer Weise. Durch eine ungesunde fehlerhafte Ernährung ist die Zahl der Diabetiker im Jahr 2017 auf 3 Millionen Patienten mit einer Krankenhausbehandlung gestiegen. Nach Angaben des Helmholtz Zentrums in München sterben 175 000 Patienten an den Folgen dieser Krankheit. Eine Zahl die höher ist als die der Folgen der Pandemie.

Ein Problem ist die Werbung im Internet. 85 Prozent der Werbung entspricht nicht den in der EU vereinbarten Nährwertprofilen. Kinder sind in erheblichem Maß der Werbung für ungesunde Nahrungsmittel ausgesetzt (mehr als 15 Einblendungen). Die Diabetesgesellschaft möchte daher den Verbraucherschutz nicht mehr beim Landwirtschaftsministerium, sondern beim Gesundheitsministerium platzieren.

Wer sich gesund ernährt – frisch, saisonal mit nachhaltigen Produkten – tut etwas für den Klimaschutz. Man möchte, dass Obst, Brokkoli und vieles mehr von der Mehrwertsteuer befreit werden – Limonade sollte mit einem Aufschlag bewertet werden. Auch eine Pflicht zum Nutri-Score, ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, wäre eine weitere Forderung an die Politik.

Ich vermute, dass vielen Menschen der Zusammenhang der Ernährung mit dem Thema Klimawandel oder Klimaschutz nicht ausreichend bewusst ist. Das Ernährungsverhalten wird schon in jungen Jahren geprägt und sollte Eingang in die Unterrichtspläne finden. Die Politik sollte die Fakten nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern mit Maßnahmen reagieren. Leider überdeckt die anhaltende Diskussion über die Pandemie andere wichtige Themen der Gesundheitspolitik.

NWZonline.de/gesundheit
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