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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Problem-Macher aus der Luft

05.04.2016

Oldenburg Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (daab) sind bundesweit rund 16 Prozent der Bevölkerung von einer auch als Heuschnupfen bekannten Pollenallergie betroffen. Die Zahl der Betroffenen nimmt in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zu. Die allergische Reaktion wird durch eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Blütenpollen ausgelöst.

Dass die Pollenallergie im Frühjahr startet, hat einen natürlichen Grund, da mit den ersten Plustemperaturen die Wachstumsphase beginnt. Überall in der Natur verbreitet sich nach und nach der Blütenstaub von Bäumen, Getreide, Gräsern, Kräutern und Sträuchern. Mit dem Einatmen erreichen die in der Luft enthaltenen Pollen auch die Schleimhäute des Menschen. Wenn es als Folge zu einer allergischen Reaktion kommt, stellen sich mehr oder weniger schwere Beschwerden ein.

Verschiedene Pollenarten

Bei den meisten Betroffenen werden die Allergiepro­bleme nur durch wenige verschiedene Pollenarten ausgelöst. Es gibt aber auch Pollenallergiker, die im Frühjahr und im Sommer fast ununterbrochen von unterschiedlichen Symptomen begleitet werden. Da das Wetter in unseren Breitengraden im Jahresdurchschnitt immer milder wird, kann sich der Pollenflug inzwischen auch im Winter einstellen, betont die Fachgesellschaft daab. Die letzten Gräser- und Brennnesselpollen können demnach noch im November und die ersten Haselnusspollen bereits im Dezember in der Luft sein.

Warum einige Menschen allergisch auf Blütenpollen reagieren, andere aber nicht, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist, dass die körpereigene Abwehr die in den Pollen erkannten Fremdeiweiße bei einer allergischen Reaktion ähnlich vehement bekämpft wie schädliche Bakterien und Viren. „Als Folge kommt es dann zu den typischen Allergie-Symptomen“, erklärt Dr. Joachim Czieslik, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Oldenburg.

Insbesondere bei stark belastenden Beschwerden sollte man mit einem Allergietest vom Arzt abklären lassen, welche Pollen für die Probleme verantwortlich sind. Darauf basierend, kann wenn nötig, eine Behandlung eingeleitet werden, die auf eine Linderung der Symptome und/oder eine Immunisierung abzielt.

Die Allergie-Auslöser lassen sich meistens mit einem einfachen Hauttest identifizieren, bei dem Extrakte verdächtiger Pollen auf die Haut aufgetragen beziehungsweise unter die Haut gespritzt werden. Zusätzlich können mit einer Blutuntersuchung spezifische Antikörper nachgewiesen werden. Zur Sicherung der Diagnose kann zudem ein sogenannter Provokationstest beitragen, bei dem die Symptome etwa durch das direkte Auftragen der Pollen auf die Nasenschleimhaut ausgelöst werden.

Allergiekarenz schwierig

Die Behandlung der Pollenallergie kann nach Angaben der daab auf unterschiedlichen Ebenen verlaufen. Am besten sei es natürlich, wenn man erst gar nicht in Kontakt mit den Allergie auslösenden Pollen kommt. Da sich diese mitunter kilometerweit verbreiten können, sei dieser medizinisch als Allergiekarenz bezeichnete Schutz aber meistens nur schwer oder gar nicht zu realisieren.

Betroffene seien daher in der Regel vor allem auf eine medikamentöse Behandlung zur Linderung der Allergiebeschwerden angewiesen. Die Fachgesellschaft daab empfiehlt hierfür insbesondere vom Arzt verordnete, antiallergisch wirkende Antihistaminika und in schweren Fällen auch entzündungshemmende Kortisonpräparate. Auch das regelmäßige Spülen der Nase mit einer isotonen Salzlösung könne Erleichterung bringen.

Ein Schutz sei für viele Allergie-Betroffene durch eine spezifische Immuntherapie – der sogenannten Hyposensibilisierung – möglich. Die Therapie funktioniert, indem der Allergiker das für ihn problematische Pollenallergen injiziert bekommt oder in einer allmählich gesteigerten Dosierung als Tabletten- oder Tropfenpräparat einnimmt. Als positiver Effekt stellt sich dann nach und nach eine Unempfindlichkeit des Körpers gegen den jeweiligen Allergieauslöser ein.

Ein Teilder Pollenallergiker muss nach jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen früher oder später mit einem sogenannten Etagenwechsel rechnen. „Dabei weitet sich eine zunächst auf die oberen Atemwege begrenzte Allergiereaktion auf die unteren Atemwege aus“, erklärt Dr. Joachim Czieslik. Als Folge könne es zum allergischen Asthma, aber auch zu einer Lungenentzündung mit einem schlimmstenfalls lebensbedrohlichen Verlauf kommen.

Meistens beginne die Erkrankung in der Bindehaut der Augen und/oder in der Nasenschleimhaut und weitet sich dann über Monate oder Jahre bis in die unteren Atemwege aus. Es gebe aber auch Fälle, so Dr. Czieslik, bei denen sich der Etagenwechsel innerhalb kurzer Zeit vollzieht.

Typische Anzeichen eines Etagenwechsels können neben einem trockenen Husten (oft mit Auswurf) Atemnot und eine erhöhte Infektanfälligkeit sein. Zudem können sich Asthmaanfälle einstellen. Ein Schutz vor einem Etagenwechsel ist nach Angaben der Fachgesellschaft daab nur durch eine konsequente und frühzeitige Behandlung der Pollenallergie möglich.

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