Brake - Der Einbau eines künstlichen Gelenks ist auch an der Schulter die letzte Option für den Fall, dass alle anderen medizinischen Interventionen ausgereizt sind, erklärt Dr. Peter Janka. Dessen ungeachtet zeigen aktuelle Studien aus mehreren Teilnehmerländern, dass heute rund 90 Prozent aller Schulterprothesen auch zehn Jahre nach dem Einbau noch gut funktionstüchtig sind – was ein ähnlich guter Wert wie bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken ist. Bei den meisten Patienten liege die Haltbarkeit des neuen Schultergelenks dank moderner Implantate und Operations-Techniken inzwischen bei 15 bis 20 Jahren oder sogar noch länger.

Je nach Art und Ausprägung der Schultererkrankung- beziehungsweise Verletzung können bei einer Wechsel-OP verschiedene Gelenktypen verwendet werden. Bei einer Totalendoprothese wird das Schultergelenk komplett ersetzt. Oft reicht auch eine Hemiprothese aus, bei der nur ein Teil des Gelenks ausgetauscht wird.

Wenn etwa bei einem verschlissenen Oberarmkopf die Gelenkpfanne noch erhaltenswert ist, kann eine Kappenprothese die beste Lösung sein, bei der die zerstörte Knorpelstruktur mit einer haltbaren Metallkappe überzogen wird. Alternativ ist der Einbau einer Kopfprothese möglich. Dabei wird der Oberarmkopf soweit wie nötig abgetragen und mit einem in die Gelenkpfanne passenden Ersatzteil ausgestattet.

Eine Totalendoprothese ist geboten, wenn beide Gelenkkomponenten ihre Funktion nicht mehr erfüllen können.