Die Besucherinnen und Besucher hatten den Vorträgen der beiden Referenten sehr aufmerksam zugehört. Der folgende Text gibt einen Überblick über Fragen aus dem Publikum an Prof. Dr. Andreas Radeloff und seine Antworten:

Kann ein Tinnitus durch übermäßigen Lärm am Arbeitsplatz ausgelöst werden?

RadeloffJa. Es ist medizinisch und wissenschaftlich unstrittig, dass das Tinnitus-Risiko durch eine starke Lärmbelastung am Arbeitsplatz erhöht wird. Das gilt übrigens auch für die Freizeit. Bei mir wurde der Tinnitus mit 18 durch einen Diskobesuch ausgelöst.

Wie kann der HNO-Arzt bei einem Tinnitus helfen?

RadeloffDas Behandlungsziel ist vor allem, das störende Ohrgeräusch bestmöglich zu kompensieren. Das Geräusch ist dann zwar noch da, wird aber nicht mehr als übermäßige Belastung wahrgenommen. Hilfreich sind neben der Vermeidung von Stress insbesondere Techniken, die von dem quälenden Geräusch ablenken. Das Gehör kann im besten Fall so geschult werden, dass die Tinnitusgeräusche zum Beispiel durch Musik überlagert werden, die als angenehm empfunden wird. Die Lautstärke sollte dabei in etwa der des Tinnitusgeräusches entsprechen. Medikamente können den Tinnitus dagegen nicht verbessern.

Kann es sein, dass eine Kieferfehlstellung für die Ohrgeräusche verantwortlich sind?

RadeloffDas ist durchaus möglich und sollte möglichst zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Mitunter können auch verschiedene Ohrerkrankungen oder eine Blockade in der Halswirbelsäule für unerklärliche Ohrgeräusche sorgen. Diese werden wie bei einem Tinnitus von den Betroffenen jeweils sehr unterschiedlich wahrgenommen.