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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Homeoffice: Wenn die Arbeit einsam macht

01.06.2021

Rastede Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass in Deutschland immer mehr Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten. Aktuelle Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass der Anteil während des dritten Lockdowns mit mehr als 40 Prozent einen Höchstwert erreicht hat. Vor der Corona-Krise waren nur vier Prozent der Arbeitnehmer regelmäßig im Homeoffice.

Bei den Beschäftigten findet die Arbeit im Homeoffice immer mehr Akzeptanz. Eine im Jahr 2020 im Auftrag des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt unter 1000 Arbeitnehmern durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Befragten ihre Erfahrungen mit dem Homeoffice als gut oder sehr gut bezeichnen. Zugleich sieht jeder Zweite erheblichen Verbesserungsbedarf für den selbst eingerichteten Arbeitsplatz.

Ein Problem ist die oft nicht auf eine längere Verweildauer ausgerichtete Ausstattung des heimischen Büros. Dadurch kommt es häufig zu Fehlhaltungen und Muskelverspannungen, die wiederum Kopf- und Rückenschmerzen bewirken. Insbesondere Menschen, die schon seit längerer Zeit im Homeoffice sind, leiden zudem zunehmend unter psychischen Belastungen, weil ihnen die direkten sozialen Kontakte und die Rückmeldung auf die Arbeitsleistung fehlen.

Vermeintliche Defizite

Oft kommt erschwerend hinzu, dass sich Arbeitnehmer im Homeoffice selbst unnötig unter Druck setzen. Viele glauben, dass sie zu Hause mehr arbeiten müssen, um die gleiche Leistung erzielen zu können. „Das führt nicht selten dazu, dass über die eigentlich geltende Arbeitszeit hinaus gearbeitet wird, damit vermeintliche Defizite aufgeholt werden“, berichtet der Arbeitsmediziner und Arzt für Allgemeinmedizin Dr. Thomas Lück aus Rastede. Dabei sei meistens das Gegenteil zutreffend. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass im Homeoffice um durchschnittlich 20 Prozent effektiver gearbeitet wird – etwa, weil der Zeitverlust durch den sonst üblichen Plausch im Büroflur entfällt.

Ein Austausch mit den Kollegen und dem Vorgesetzten ist im Homeoffice allenfalls eingeschränkt möglich. Dass es zum Beispiel keine unmittelbare Bewertung der Arbeitsleistung gibt, führt oft zur Verunsicherung, betont Dr. Lück: „Im Homeoffice arbeitet jeder für sich allein. Lob und Anerkennung für gute Leistungen gibt es wenn überhaupt meistens erst im Nachhinein.“ Selbst wenn klar ist, dass man alles richtig gemacht hat, bleibt nach Abschluss des Arbeitstages mitunter ein negatives Gefühl zurück.

Probleme für Familien

Berufstätige mit Familie müssen mit einem zusätzlichen Problem zurechtkommen. Wer am heimischen Schreibtisch arbeitet, muss in Zeiten geschlossener Kindergärten und Schulen die beruflichen und privaten Anforderungen zeitweise oder permanent zugleich bewältigen. Die zusätzliche gemeinsame Zeit mit den Kindern und/oder Lebenspartner bringt zwar viele schöne Erlebnisse. Für Arbeitnehmer bedeutet die Vermischung beruflicher und privater Aufgaben aber auch eine Mehrbelastung - oft inklusive Stress und Überforderung.

In vielen Fällen ist die Arbeit zu Haus zudem mit einer weitgehenden sozialen Isolierung verbunden, die belastend für die Seele sein kann. Schon jetzt ist nach Angaben von Fachgesellschaften klar, dass sich infolge der Corona-bedingten Veränderungen in der Arbeitswelt das Risiko für Angst- und Suchterkrankungen, Depressionen sowie Belastungsstörungen erhöht hat.

Darüber hinaus stellen sich häufig auch körperliche Beschwerden ein, die mit dem psychischen Leid korrespondieren und den Betroffenen dauerhaft begleiten. Probleme durch Überlastung und Stress am Arbeitsplatz haben nach Erkenntnissen der gesetzlichen Krankenkassen bereits vor der Pandemie für einen Anstieg der Krankheitstage gesorgt.. Fachleute gehen davon aus, dass diese Entwicklung durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt wird.

Für die Gestaltung der Arbeit im Homeoffice gibt es keine Lösung von der Stange, die zu jedem Betrieb passt. Die gesetzliche Unfallversicherung VBG empfiehlt, dass vorab mehrere Faktoren beachtet werden sollten. Dazu gehört unter anderem, dass bei der Bildschirmarbeit geeignete Zugangs- und Nutzungsvoraussetzungen für den Mitarbeiter geschaffen werden.

NWZonline.de/gesundheit
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