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Dr. Hansjörg Augenstein (Bild) ist Chefarzt der Frauenklinik im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg.
FRAGE:
Was ist eine Beckenbodensenkung?
AUGENSTEIN
: Darunter versteht man eine Muskel- und/oder Bindegewebsschwäche des Beckenbodens, der letztlich der Abschluss des Körpers nach unten ist und Organen wie der Harnblase, Gebärmutter und dem Darm sicheren Halt bietet. Wenn dieses Haltesystem schwach wird, kann es zu Senkungserkrankungen mit unterschiedlichen Problemen wie etwa Inkontinenz, aber auch dem Gegenteil – Harn- oder Stuhlverhalt – für die Betroffenen kommen. Das Ganze ist nicht nur sehr unangenehm, sondern auch schmerzhaft und kann zu immer wiederkehrenden Entzündungen führen.
FRAGE:
Wann ist eine Operation die beste Therapie gegen Inkontinenz?
AUGENSTEIN
: Immer dann, wenn sicher ist, dass nicht die Muskulatur, sondern das Bindegewebe des Beckenbodens für das Problem verantwortlich ist. Neben mehreren konventionellen Operationsverfahren können wir heute auch eine in der Gynäkologie relativ neue Methode nutzen. Dabei werden zur Stärkung der Strukturen speziell entwickelte Netze in den Beckenboden eingebracht.
FRAGE:
Was ist der Vorteil dieser Methode?
AUGENSTEIN
: Vor allem eine deutliche Senkung der Rückfallrate. Wir haben seit 2003 mehr als 2 000 Frauen mit dieser Methode operiert. Unsere Rückfallrate nach vier Jahren beträgt nur etwa zwei Prozent – gegenüber rund 40 Prozent bei herkömmlichen Verfahren. Die Therapieverfahren werden in Zukunft optimiert. Das gilt einerseits für die Materialien. Zudem entwickeln sich die OP-Techniken immer weiter.