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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

„Helmut Schmidt ist kein Vorbild“

16.09.2017

Sanderbusch Frei und tief durchatmen. Das wird für immer mehr Menschen zum Problem. Luftverschmutzung, Nikotin, Alkohol, Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel sowie einseitige Ernährung können die Lunge schädigen.

Gefahren für die Lunge

Rauchen: Tabakqualm verursacht Bronchialinfekte, Lungenentzündungen, Asthma, COPD, Lungenemphyseme und Krebserkrankungen. Treten typische Symptome wie Husten oder Atemnot auf, ist die Lunge schon geschädigt.

Allergien: Wer allergische Beschwerden nicht behandeln lässt, riskiert, allergisches Asthma zu entwickeln. Eine nachhaltige Abhilfe ist nur von einer Immuntherapie (Allergie-Impfung oder Hyposensibilisierung) zu erwarten. Studien zufolge haben Pollenallergiker so eine bis zu 90-prozentige Heilungschance.

Bewegungsmangel: Körperliche Aktivität beugt Krankheiten vor, indem sie unter anderem das Immunsystem stärkt. Auch Personen mit einer bereits chronischen Lungenerkrankung können mit Bewegung ihr Befinden verbessern.

Raumklima: Viele Studien belegen, dass ein Schimmelpilz-förderndes Raumklima und Luftschadstoffe im Innen- und Außenraum das Allergierisiko erhöhen.

„Atemwegs- und Lungenerkrankungen sind auf dem Vormarsch“, sagt auch Dr. Jörg Schmalenbach, Chefarzt der Pneumologischen Klinik in Sanderbusch. Daher beteiligt sich die Lungenklinik des Nordwest-Krankenhauses an diesem Samstag, 16. September, von 9 bis 14 Uhr mit ei­ner Patienteninfo am 20. Deutschen Lungentag. Die Prävention steht dabei Mittelpunkt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Jörg Schmalenbach wird über Lungener­krankungen, Diagnosemöglichkeiten, Therapie und Nachsorge berichten. Unterstützt wird er dabei vom Team rund um die Oberärzte Carsten Joost und Dr. Mark Pilz.

Gerade bei der Chronisch Obstruktiven Bronchitis (COPD), einer Verengung der Atemwege, gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus, denn die Früherkennung von Lungenerkrankungen ist schwierig. Sie werden meist erst erkannt, wenn Symptome wie Atemnot, geringe körperliche Belastbarkeit oder lang anhaltender Husten auftreten. Dann kann es für eine Behandlung schon zu spät sein.

„Viele Lungen- und Atemwegserkrankungen könnten vermieden oder abgemildert werden, wenn die Menschen über die Entstehung der Krankheiten besser informiert wären“, sagt Schmalenbach.

Der Lungentag will Betroffene, Angehörige und Interessierte informieren und Ängste abbauen. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich Vorträge anzuhören und direkt mit den Experten ins Gespräch zu kommen. Mit einem Lungenfunktionstest können sie die Leistungsfähigkeit ihrer eigenen Lunge überprüfen. Selbsthilfegruppen geben nützliche Tipps aus eigener Erfahrung.

Wie im vergangenen Jahr wird auch Heinz Ehlers aus Wilhelmshaven mit seinem Didgeridoo dabei sein. Das Blasinstrument der Ureinwohner Australiens wird von manchen Ärzten bei Asthmaerkrankungen empfohlen. Richtig gespielt, stärkt es die Lunge: Der leichte Rückstau der Luft hält die Lungenwege bei der Ausatmung frei und durch die Vibrationen des Tons wird der zähe Schleim in der Lunge gelöst.

„Vorsorgeuntersuchungen wie bei Darmkrebs gibt es nicht“, sagt Schmalenbach. Trotzdem hat es jeder selbst in der Hand und kann einiges dafür tun, seine Lunge und Atemwege gesund zu erhalten.

Eine der größten Gefahren für die Lunge sei das Rauchen. Der kettenrauchende ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, der trotzdem 96 Jahre alt wurde, ist eine seltene Ausnahme. „In dieser Hinsicht war er leider kein Vorbild“, so Schmalenbach.

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