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Der Dipl.-Psychologe Dr. Hendrik Niemann (Bild) ist Erster Vorsitzender der Gesellschaft für Neuropsychologie.
FRAGE:
Profitieren ältere Menschen besonders von einer neuropsychologischen Therapie?
NIEMANN
: Das gilt für ältere Menschen nach einem Schlaganfall oder mit einer beginnenden Demenz, um nur die beiden größten neurologischen Krankheitsgruppen des höheren Alters zu nennen. Die neuropsychologischen Symptome können dabei sehr unterschiedlich sein und werden von den Betroffenen nicht immer sofort bemerkt.
FRAGE:
Was sind mögliche erste Demenz-Anzeichen?
NIEMANN
: Bei einer Demenz vom Alzheimertyp beginnen neuropsychologische Veränderungen wie etwa Gedächtnisstörungen schleichend und fallen nicht selten zuerst den Angehörigen auf. Um solche kognitiven Leistungsveränderungen abklären zu können, sollte eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt werden. Eine gesicherte Diagnose setzt allerdings zusätzliche medizinische Untersuchungen voraus – auch, um andere Erkrankungen ausschließen zu können.
FRAGE:
Ist die Abnahme kognitiver Fähigkeiten im Alter normal?
NIEMANN
: Das ist bis zu einem gewissen Ausmaß sicher so. Wenn man einmal eine Telefonnummer vergisst, persönliche Dinge verlegt oder ein bestimmtes Ereignis zeitlich nicht mehr so genau einordnen kann, muss das nicht immer ein ernsthafter Hinweis auf eine krankhafte Veränderung sein. Wenn sich solche Probleme aber häufen und sich negativ auf das Alltagsleben auswirken, ist eine neuropsychologische Untersuchung und Behandlung erforderlich.