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Operation: Schluckweise essen und trinken

08.12.2016

Oldenburg Die operative Adipositastherapie war das Thema von Prof. Dr. Tido Junghans, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Bremerhaven Reinkenheide, beim 49. Gesundheitsforum. „Adipositas ist eine Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer weltweiten Adipositas-Epidemie“ sagte Junghans. Außerdem mache Adipositas krank. Sehr häufige Folgeerkrankungen sind Diabetes, Asthma, Arthritis, hoher Blutdruck und Krebs.

Auch Junghans betonte, dass Bewegung, Ernährung und Verhalten die entscheidenden Faktoren bei der Therapie sind. „Wenn ein Patient in Bezug auf diese drei Punkte nicht mitarbeitet, ist ein chirurgischer Eingriff nicht sinnvoll“, stellte der Chirurg klar. „Auch nach der Operation ist eine lebenslange Behandlung erforderlich. Die Patienten müssen trotzdem ihre Ernährung umstellen und sich mehr bewegen. Und sie brauchen Unterstützung in Krisenzeiten, damit sich nicht in alte Verhaltensweisen zurückfallen. Das wird oft zu wenig berücksichtigt.“

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Operation wenn der BMI über 35 liegt und Begleiterkrankungen vorliegen oder wenn der BMI über 40 liegt. „In jedem Fall ist eine mehrmonatige individuelle Beratung vor dem Eingriff unbedingt nötig“, sagte Junghans. „Denn das Leben verändert sich danach drastisch. Operierte können nur noch schluckweise trinken und nur wenige Bissen auf einmal essen.“

Eine Operation ist angezeigt, wenn konservative Therapiemethoden nicht greifen. Außerdem wird abgewogen was gefährlicher ist: abwarten oder operieren. Derzeit werden drei Operationsarten angewendet. Mit dem Magenband wird der Magen stark verkleinert. Ein Schlauchmagen entsteht, wenn der größte Teil des Magens entfernt wird, so dass nur ein fingerdicker Schlauch übrig bleibt. Dadurch kann der Magen nicht mehr so viel Nahrung aufnehmen und es werden weniger Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei aufgenommen. Ähnliche Effekte werden mit einem Magenbypass erzielt. Dabei wird der Magen stark verkleinert und das Stück des Dünndarms, den der Speisebrei passiert, verkürzt. Statistiken zeigen, dass diese Operationsarten häufig zu einer deutlichen Gewichtsreduktion führen. Auch auf Folgeerkrankungen wirken sie sich positiv aus.

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