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Gallensteine Schmerz-Attacken im Oberbauch

Klaus Hilkmann

Cloppenburg - Die Gallenblase und die dazu gehörenden Gallengänge bilden ein komplexes Hohlorgansystem, das in erster Linie die Funktion hat, den Transport von Gallenflüssigkeit von der Leber in den Dünndarm sicherzustellen. Der Organismus benötigt die Gallenflüssigkeit, um Fette verdauen zu können. Von der Leber aus gelangt die Gallenflüssigkeit über viele kleine Gallengänge in den Anfangsteil des benachbarten großen Gallengangs, von wo aus sie in den Zwölffingerdarm fließt. Ein Teil der Gallenflüssigkeit wird in der gleich neben den Gallengängen liegenden Gallenblase gespeichert, um bei Bedarf abgerufen werden zu können.

Wenn der Körper etwa nach einer fettreichen oder sehr scharf gewürzten Mahlzeit oder nach Alkoholgenuss signalisiert, dass er vermehrt Gallenflüssigkeit zur Verarbeitung von Fettstoffen braucht, wird die benötigte Menge im Normalfall automatisch über den Endteil des Gallengangs aus der Gallenblase in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet. Dort gerät die Gallenflüssigkeit in Kontakt mit vom Magen in den Darm geleiteten Speisebrei und sorgt dafür, dass die im Speisebrei enthaltenen Öle und Fette miteinander vermengt und besser verdaut werden können.

Wichtig zur Verdauung

In einfachen Worten erklärt, werden die Fettstoffe durch die Gallenflüssigkeit in kleine Tröpfchen umgewandelt, die von fettspaltenden Enzymen zersetzt werden können. Darüber hinaus ist die Galle ein Ausscheidungsmedium für schwer wasserlösliche Substanzen, die ansonsten nur sehr schlecht verdaulich wären.

Bei den sogenannten Gallensteinen handelt es sich nicht um Steine im eigentlichen Sinn, sondern um verfestigte körpereigene Stoffe, die sich im Laufe des Lebens in der Gallenblase und den Gallengängen bilden können, dort aber nichts zu suchen haben, weil diese Organe ausschließlich auf den Transport flüssiger Substanzen ausgelegt sind. Die Feststoffe können sowohl den Transport der Gallenflüssigkeit behindern, als auch einen – oft mit starken Schmerzen verbundenen – Reiz auf benachbarte Strukturen ausüben. Bei einem Steinleiden des Gallensystems spricht die Medizin allgemein von einer Cholelithiasis, befinden sich die Steine im Gallengang von einer Choledocholithiasis und bei Gallenblasensteinen von einer Cholezystolithiasis.

Typische Symptome sind insbesondere Oberbauchschmerzen und ein andauerndes Druckgefühl. Darüber hinaus kann es zu sehr schmerzhaften Kolik-Attacken kommen, die nach einiger Zeit verschwinden, vor allem nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel aber jederzeit wiederkommen können, erklärt Carsten Metz, Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St.-Josefs-Hospital Cloppenburg: „Betroffene merken sehr schnell, dass sie bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr vertragen.“

Umfangreiche Anamnese

Bei der Diagnostik steht zunächst eine umfangreiche Anamnese im Vordergrund, bei der vom Patienten genau geschildert wird, wann und in welcher Form die Beschwerden auftreten. Weitere Bestandteile sind eine Blut- und eine Ultraschalluntersuchung. Wenn sich dabei der Verdacht auf behandlungsbedürftige Gallensteine erhärtet, sollte sich zur weiteren Aufklärung eine Differentialdiagnostik anschließen. So kann man etwa mit einer Magenspiegelung erkennen, ob die Probleme durch eine andere Erkrankung wie zum Beispiel ein Magengeschwür ausgelöst werden.

Falls sich Gallensteine als Auslöser der Beschwerden erweisen, ist die Entfernung der Gallenblase erforderlich, betont Carsten Metz: „Bei rund 70 Prozent der Menschen mit Gallensteinen lösen die Steine keinerlei Beschwerden aus. Wenn es aber erst einmal dazu gekommen ist, werden sie immer wieder Probleme bereiten.“ Die Entnahme der Gallenblase erfolge heute fast immer mittels eines minimal-invasiven Eingriffs per Schlüssellochtechnik. Über drei bis vier zentimeterkleine Zugänge werden dafür eine kleine Kamera unterhalb des Bauchnabels und die benötigten Instrumente eingeführt.

Nach der Entfernung der Gallenblase sind die Patienten in der Regel auf Dauer beschwerdefrei. Das Leben ohne Gallenblase funktioniert völlig problemlos, weil die für die Verdauung benötigte Gallenflüssigkeit ohnehin permanent von der Leber produziert und über die weiterhin vorhandenen Gallengänge in den Dünndarm transportiert wird.

Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger von Gallensteinleiden betroffen als Männer, berichtet Carsten Metz. Auch die genetische Disposition ist eine der wesentlichen Risikofaktoren, zu denen ansonsten vor allem starkes Übergewicht und das Alter gehören. So steigt die Wahrscheinlichkeit ab 40 Jahren an, dass sich problematische Gallensteine bemerkbar machen.

Mit einer gesunden Lebensweise kann man dessen ungeachtet dazu beitragen, dass erst gar keine Gallenstein-Probleme auftreten. Selbst wenn es bereits zu Beschwerden gekommen ist, kann eine Umstellung der Ernährung und der weitgehende Verzicht auf Alkohol oftmals bewirken, dass die Symptome seltener oder weniger stark auftreten.

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