Prof. Dr. Frank Schmitz (Bild) ist Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Onkologie im Helios-Klinikum Hildesheim.
Wann reicht bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung eine medikamentöse Behandlung nicht mehr aus?
SchmitzDie Entzündung kann zu einem schwer behandelbaren Schmerzsyndrom führen, da die zur Bauchspeicheldrüse ziehenden Nerven mit entzündet und gereizt sind. Selbst unter den hochpotentesten Schmerzmitteln kann es zu unerträglichen Schmerzsyndromen im Bauch und mit Ausstrahlung in den Rücken kommen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade in dieser Situation eine OP hilfreich sein dürfte.
Gibt es weitere OP-Indikationen?
SchmitzEine Operation kann ebenfalls unvermeidbar sein, wenn es zu schwer wiegenden Infektionen im Bauchraum gekommen ist. Hier gibt es Situationen, wo eine Antibiotikatherapie in Verbindung mit einem endoskopischen Verfahren nicht ausreichend sein kann. Nicht zuletzt ist der sogenannte Dilemma-Fall zu nennen. Es ist oft schwierig zu entscheiden, ob die Bauchspeicheldrüse nur entzündet oder schon bösartig erkrankt ist. Dann bringt eigentlich nur die OP die allerletzte Gewissheit zur Sicherung der Diagnose.
Wie funktioniert die Operation?
SchmitzHier ist vor allem die Einlage eines Kunststoffröhrchens in den Gang der Bauchspeicheldrüse zu nennen. Dies erfolgt mit einer Endoskopie in der Vorstellung, dass dadurch der Saft der Bauchspeicheldrüse leichter abfließen kann. Im Hinblick auf die Reduktion der Schmerzen ist die OP ein sehr wirksames Verfahren.
