Oldenburg - Die ambulante Therapie junger Gewaltopfer beginnt bei Dr. Holger Koppe immer mit einem Gespräch, bei dem der Betroffene seine Erfahrungen und Lebensumstände auf Wunsch auch allein im geschütztem Raum schildern kann. Dabei anwesenden Eltern macht er gleich zu Beginn klar, dass die ärztliche Schweigepflicht vor allem zum Aufbau für Vertrauen sinnvoll, aber nicht unbegrenzt ist. Entscheidend sei stets der Schutz und das Wohl der jungen Patienten.

Die Wahl der Therapie hängt nach Abschluss der Diagnostik insbesondere vom Alter und Beschwerdebild des Patienten ab. Die Trauma-Behandlung erfolgt im Wesentlichen in drei Schritten, in denen jeweils unterschiedliche Therapiemethoden angewendet werden können.

Zu Beginn stehe die Stabilisierungsphase, in der man vor allem daran arbeitet, dem Patienten mehr (Selbst)-Sicherheit zu vermitteln und ihn so weit wie möglich von seinen Akut-Beschwerden zu befreien. Wenn das gelungen ist, kann die Konfrontationsphase beginnen, in der sich der Patient mit dem Zustandekommen und den Folgen seiner Gewalterfahrungen auseinandersetzt. Dies ist wiederum die Basis für die abschließende Integrationsphase.

Dort lernt der Patient im Idealfall, sein Problem so gut zu verarbeiten, dass es ihn nicht mehr belastet. Allerdings gelingt es längst nicht immer, so weit zu kommen, so Koppe: „Für viele Patienten ist es schon ein sehr guter Erfolg, wenn sie mit Hilfe der Therapie mit ihren Gewalterfahrungen zurechtkommen.“